Wer mit einem ausländischen Zeugnis Medizin studieren will und dafür ein Studienkolleg braucht, besucht den M-Kurs: zwei Semester Unterricht in Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie und Biologie, am Ende die Feststellungsprüfung (FSP). Die Arbeitsgemeinschaft bundesweiter Studienkollegs führt den M-Kurs bei 13 Kollegs in elf Bundesländern auf (Stand 26. März 2026). In Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, im Saarland und in Schleswig-Holstein steht kein M-Kurs in der Liste.
Die meisten Kollegs nehmen keine Direktbewerbungen an. Du bewirbst Dich an einer Hochschule des Landes oder über uni-assist und wirst von dort zum Aufnahmetest eingeladen. Ein Kollegplatz ist noch kein Medizin-Studienplatz – die bestandene Prüfung eröffnet Dir die Bewerbung um einen. Ob Dein Zeugnis überhaupt ein Kolleg verlangt, klärt der Artikel zum ausländischen Abitur; hier geht es um das, was danach kommt.
Das Wichtigste in Kürze
- Dauer: in der Regel zwei Semester, bei sehr guten Leistungen verkürzbar; jedes Semester lässt sich einmal wiederholen.
- Bewerbung: in Hamburg direkt am Kolleg, an den übrigen Standorten über eine Hochschule oder uni-assist; Nachreichen von Unterlagen ist meist ausgeschlossen.
- Sprache: Die Kollegs der Tabellen verlangen mindestens B1 bis B2; für die Aufnahmeprüfung in Heidelberg ist erfahrungsgemäß ein gutes B2 nötig.
- Kosten: an den meisten staatlichen Kollegs nur der Semesterbeitrag, in Leipzig 850 Euro Kursgebühr je Semester seit dem Wintersemester 2026/27.
- Ergebnis: ein Zeugnis, das zusammen mit dem Heimatzeugnis zur Bewerbung für die dem Kurs zugeordneten Studiengänge berechtigt, bundesweit.
Der M-Kurs: Fächer und Zuordnung
Die Rahmenordnung der Kultusministerkonferenz (Beschluss vom 15. April 1994 in der Fassung vom 21. September 2006) legt die Eckdaten fest, die Länder und Kollegs ausfüllen. Für den M-Kurs sind Deutsch (8 bis 12 Wochenstunden), Naturwissenschaften (12 bis 16) und Mathematik (4 bis 5) Pflichtfächer. Als Zusatzfächer nennt die Rahmenordnung lateinisch-griechische Wortkunde für Medizin und Pharmazie sowie Informatik und Englisch. Länder und Kollegs legen die Fächerstruktur im Detail fest, wie die Tabelle zeigt.
| Kolleg | Unterrichtsfächer im M-Kurs |
|---|---|
| Heidelberg | Deutsch (Deutschprüfung mit DSH-Anforderungen), Biologie, Chemie, Mathematik, Physik |
| FU Berlin (gemeinsames Kolleg mit HU und Charité) | Deutsch, Mathematik, Biologie, Physik, Chemie |
| Frankfurt | Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie, Biologie; 30 Wochenstunden von Montag bis Freitag |
| Mainz | Deutsch, Mathematik, Physik, Biologie, Chemie |
| Leipzig (Studienkolleg Sachsen) | Wochenstunden im 1. und 2. Semester: Deutsch 10/10, Mathematik 6/4, Physik 4/6, Chemie 6/4, Biologie 6/6 (32 und 30 Stunden) |
| Halle (Landesstudienkolleg Sachsen-Anhalt) | Deutsch, Mathematik, Biologie, medizinische Terminologie, Chemie, Physik |
| Nordhausen | Deutsch, Mathematik, Physik, Chemie, Biochemie, Medienkunde, Englisch (voraussichtlich im kommenden Semester) |
Die schriftliche Prüfung umfasst Deutsch und zwei weitere Pflichtfächer. Die Kollegs wählen sie innerhalb des Rahmens der Kultusministerkonferenz (Deutsch; Biologie und/oder Chemie; Physik oder Mathematik) unterschiedlich aus:
- München: Deutsch, Chemie oder Biologie, wahlweise Physik oder Mathematik.
- Hannover: Deutsch, Chemie oder Biologie, Mathematik oder Physik.
- Halle: Deutsch, Biologie oder Chemie, Physik oder Mathematik (Anlage 1 der Studienkollegverordnung Sachsen-Anhalt).
- Leipzig: Deutsch, Physik und Chemie schriftlich, Biologie mündlich.
- Berlin: Deutsch auf DSH-2-Niveau und je eine Prüfung in zwei Pflichtfächern.
Welcher Schwerpunktkurs zu Deinem Studiengang gehört, entscheidet die nach Landesrecht zuständige Stelle. Heidelberg, München, Marburg und Hannover nennen Medizin ausdrücklich im M-Kurs; die übrigen Kollegs beschreiben den M-Kurs als Kurs für medizinische und biologische Studiengänge. Das Zeugnis gilt auch dann bundesweit, wenn ein anderes Land denselben Studiengang einem anderen Kurs zuordnet. Wer den falschen Kurs besucht hat, legt eine Ergänzungsprüfung in den Fächern des passenden Kurses ab; die Gebühr beträgt in Frankfurt 100 Euro, in Halle 60 Euro je Fachprüfung (externe Ergänzungsprüfung).
Studienkollegs mit M-Kurs: Bewerbungsweg und Fristen
Die Tabelle erfasst zwölf der 13 Kollegs. Hinzu kommt laut der Liste das staatlich anerkannte TUDIAS-Studienkolleg in Dresden. Die Kollegs nennen die meisten Fristen als jährlich wiederkehrende Zeiträume ohne Jahreszahl; der Fristenkalender weiter unten ordnet sie dem nächsten Termin ab Oktober 2026 zu.
| Kolleg | Bewerbungsweg | Fristen |
|---|---|---|
| Heidelberg | Über eine Hochschule in Baden-Württemberg, nicht beim Kolleg (Uni Heidelberg: Portal heiCO) | Uni Heidelberg: 1. Mai bis 30. Juni (Wintersemester), 1. November bis 15. Dezember (Sommersemester) |
| München | Über eine bayerische Universität, nicht beim Kolleg | 15. Januar (Sommersemester), 15. Juli (Wintersemester) |
| FU Berlin | Bewerbung bei FU, HU oder Charité mit Zeugnisprüfung über uni-assist; nur eine Bewerbung stellen | 15. Juli (Kursstart zum Wintersemester); 2026: 1. Juni bis 15. Juli |
| Hamburg | Direkt beim Kolleg, mit Online-Registrierung und Unterlagen per Post | 1. Juli bis 1. September (Kursbeginn Januar), 1. Januar bis 1. März (Kursbeginn August) |
| Frankfurt | Über uni-assist | Etwa 25. September bis 1. November (Beginn Ende Januar), etwa 25. März bis 1. Mai (Beginn Mitte/Ende August) |
| Marburg (Studienkolleg Mittelhessen) | Über uni-assist an der Uni Marburg, der JLU Gießen oder der THM | 1. September bis 15. Oktober (Sommersemester), 1. März bis 15. April (Wintersemester) |
| Hannover | Über eine niedersächsische Hochschule, nicht beim Kolleg | Frist der gewählten Hochschule; bei uni-assist 8 bis 10 Wochen Vorlauf bis zur Einladung einplanen |
| Mainz | Zentral an der Johannes Gutenberg-Universität | Bis 15. Mai (Herbsthalbjahr), bis 15. November (Frühjahrshalbjahr) |
| Leipzig (Studienkolleg Sachsen) | Über uni-assist an der Uni Leipzig, TU Dresden, TU Chemnitz oder TU Freiberg | Uni Leipzig: 1. November bis 15. Dezember und 1. April bis 15. Juni; TU Dresden und TU Chemnitz: 1. November bis 15. Januar und 1. April bis 15. Juli; TU Freiberg: 1. September bis 31. Oktober und 1. März bis 30. April |
| Halle | Über uni-assist an der Uni Halle; keine Unterlagen an das Kolleg schicken | Empfehlung des Studierenden-Service-Centers: bis Mitte Dezember (Sommersemester), bis Mitte Juni (Wintersemester) |
| Nordhausen | Über eine Thüringer Hochschule, dazu Registrierung für den Aufnahmetest im Portal der Hochschule Nordhausen | Registrierung 30. November bis 15. Dezember 2026; Fristen der Hochschulen unterscheiden sich |
| Mettingen (Comenius-Kolleg, staatlich anerkannt) | Per E-Mail an das Kolleg; Plätze vor allem für portugiesischsprachige Länder und Lateinamerika | Ab 1. September 2026; Bewerbungsschluss 3. November 2026 (direkt aus Lateinamerika) oder 17. November 2026 (mit Visum oder Aufenthaltstitel) |
Sprachnachweis und Aufnahmeverfahren
Die Rahmenordnung verlangt deutsche Sprachkenntnisse, die einen Erfolg im Unterricht erwarten lassen, vor der Aufnahme; einen Anspruch auf einen Kollegplatz gibt es nicht. Berlin nennt weitaus mehr Bewerber als Plätze und vergibt die Plätze nach einer Rangliste aus dem Aufnahmetest; auch Frankfurt und Nordhausen nehmen die Besten auf. Die Verfahren unterscheiden sich stark – Hamburg verzichtet auf jede Prüfung und vergibt Punkte, Frankfurt prüft nur Deutsch, München, Leipzig, Berlin und Nordhausen prüfen zusätzlich Mathematik, Hannover die Naturwissenschaften.
| Kolleg | Sprachnachweis und Aufnahme |
|---|---|
| Heidelberg | Aufnahme nur mit Niveau B2+ und bestandener Pflichtprüfung in Deutsch (Grammatik und Wortschatz 45 Minuten, Textproduktion 45 Minuten, keine Fachfragen); erfahrungsgemäß ist ein gutes B2 nötig; Termin für das Sommersemester 2027: 5. April 2027 |
| München | Mindestens B2, das genaue Zertifikat legt die Universität fest; Aufnahmetest mit Deutsch (60 Minuten) und Mathematik für M- und W-Kurs (30 Minuten); Test für das Sommersemester 2027 am 8. Februar 2027, Kursbeginn 22. Februar 2027 |
| FU Berlin | B2 reicht, wenn sicher ist, dass Du kein direktes Zugangsrecht hast; C1 wird empfohlen; Aufnahmetest mit Ergänzungstest (30 Minuten) und Mathematik (45 Minuten), danach Rangliste; Test M-Kurs 2026 am 26. August |
| Hamburg | Zertifikat B2 oder höher, nicht älter als drei Jahre; keine Aufnahmeprüfung; bis zu 59 Punkte: 30 für die Note des Heimatzeugnisses (1,0 gleich 30), bis zu 25 für Sprachkenntnisse, 4 für Absolventen deutsch geförderter Auslandsschulen |
| Frankfurt | B1, TestDaF 4x3 oder ein abgeschlossener B2-Kurs; Aufnahmetest als C-Test am Computer in Frankfurt (nur Deutsch, keine Befreiung); aufgenommen werden die Besten des Kurstyps; höchstens drei Teilnahmen |
| Marburg | Aufnahme auf Grundlage der Note des Heimatzeugnisses; dazu ein Online-Deutschtest (Multiple Choice, 25 Minuten); Termine 16. Januar 2027 und 19. Juni 2027 |
| Hannover | Einladung zum Test auf Basis eines B1-Nachweises, vorrangig für die besten Zertifikate; Test in Hannover mit C-Test, für den M-Kurs zusätzlich Biologie, Chemie und Mathematik ohne Taschenrechner |
| Mainz | Aufnahmeprüfung im Juni (Herbsthalbjahr) oder Dezember (Frühjahrshalbjahr) |
| Leipzig | Deutschzertifikat mindestens B2; Aufnahmetest am PC in Leipzig mit Deutsch und Mathematik, Gebühr 50 Euro, ohne Befreiung; Termine in der Regel Ende August und Ende Februar |
| Halle | Zertifikat mindestens B2 mit allen vier Fertigkeiten; Test in Präsenz, Ende Januar (Sommersemester) oder Anfang bis Mitte August (Wintersemester), Gebühr 30 Euro; Teilnahmebestätigungen genügen nicht |
| Nordhausen | B1 (an der Uni Jena B2); Aufnahmetest vor Ort mit Deutsch (30 Minuten) und Mathematik (15 Minuten), danach Rangliste; Test für das Sommersemester 2027 am 11. und 12. Januar 2027 |
| Mettingen | B2; sprachliche Aufnahmeprüfung mit Hörverständnis, Leseverständnis und Textproduktion; Bewerber aus Lateinamerika können sich direkt bewerben |
Kosten des Studienkollegs
Der DAAD nennt staatliche Studienkollegs in der Regel kostenfrei bis auf den Semesterbeitrag, private verlangen oft Gebühren. Der Semesterbeitrag liegt je nach Hochschule zwischen 70 und 430 Euro. Die Kollegs selbst weichen davon ab, wie die Tabelle zeigt.
| Kolleg | Gebühren laut Kolleg |
|---|---|
| Leipzig | 850 Euro je Semester für die Schwerpunktkurse (ab Wintersemester 2026/27), dazu Semesterbeitrag der Universität Leipzig von etwa 340 Euro und 50 Euro für den Aufnahmetest; Befreiung auf Antrag für bestimmte Personengruppen, zum Beispiel mit BAföG-Berechtigung |
| Hannover | Semestergebühren von 350 Euro je Semester (mit Semesterticket Niedersachsen, Sozialbeitrag und Beitrag der Studentenschaft); das Kolleg nennt daneben Studienkosten von etwa 300 Euro je Semester |
| Frankfurt | Prüfungsgebühr 100 Euro für die interne Feststellungsprüfung, 500 Euro für die externe Prüfung, 100 Euro für die Ergänzungsprüfung |
| Halle | Aufnahmeprüfung 30 Euro; externe Ergänzungsprüfung 60 Euro je Fachprüfung; laut Gebührenordnung vom 30. April 2025 keine Kursgebühr |
| München | Besuch gebührenfrei; Lehrbücher und Unterrichtsmittel etwa 50 Euro je Semester; dazu die Einschreibegebühr (Studentenwerksbeitrag) der Münchner Universität |
| Hamburg | Kursteilnahme kostenfrei; Semesterbeitrag der Universität Hamburg je Halbjahr |
| Heidelberg | Semesterbeitrag der Universität Heidelberg je Semester; keine Studiengebühren für internationale Studierende während des Kollegs |
| Mettingen | Kostenfrei, einmalig 200 Euro Verwaltungspauschale nach der Zulassung |
Hinzu kommen Bewerbungskosten, falls Du über uni-assist gehst: 75 Euro für den ersten Studienwunsch, 30 Euro für jeden weiteren – auch die Bewerbung für ein Studienkolleg zählt als Studienwunsch. Eine Modellrechnung für Leipzig mit zwei Semestern, einem Studienwunsch und unveränderten Beträgen: 2 x 850 Euro Kursgebühr, 2 x 340 Euro Semesterbeitrag, 50 Euro Aufnahmetest und 75 Euro uni-assist ergeben 2.505 Euro, ohne Miete, Krankenversicherung und Visum.
Für den Lebensunterhalt nennen die Kollegs Richtwerte: Leipzig rechnet mit 300 bis 500 Euro Miete und etwa 400 Euro Lebenshaltung im Monat, Hannover mit etwa 735 Euro für Wohnung, Kleidung und Essen, Hamburg mit 934 Euro monatlich. Für das Visum verlangt die Ausländerbehörde einen Finanzierungsnachweis; der DAAD nennt Stand 1. Januar 2025 992 Euro pro Monat, orientiert an den BAföG-Höchstsätzen. Nach dem Kolleg können weitere Kosten anfallen – Baden-Württemberg erhebt laut DAAD für Studierende aus Nicht-EU-Staaten 1.500 Euro Studiengebühr je Semester, auch im Staatsexamen. Die Gesamtkosten des Studiums erklärt der Artikel zu den Kosten des Medizinstudiums.
Feststellungsprüfung: Ablauf, Wiederholung, Externe
Die Prüfung besteht aus schriftlichen und mündlichen Teilen. Nach der Rahmenordnung dauert die schriftliche Prüfung je Fach in der Regel mindestens drei Stunden; Leipzig setzt 180 Minuten an, 210 für Deutsch. Bestanden ist sie, wenn Du in allen Fächern mindestens „ausreichend“ erreichst. Am Studienkolleg Hamburg entspricht die Deutschprüfung dem Niveau DSH-2 oder DSH-3, sodass Du für die Hochschule keinen zusätzlichen Sprachnachweis brauchst.
- Wiederholung: Eine nicht bestandene Prüfung kannst Du einmal wiederholen, in der Regel am selben Kolleg. Wer sie zweimal nicht besteht, wird an keinem anderen Kolleg mehr zugelassen. Eine bestandene Prüfung lässt sich nicht verbessern.
- Semester: Jedes Semester kann einmal wiederholt werden; die Ausbildung lässt sich in begründeten Fällen um höchstens zwei Semester verlängern. Ein Wechsel des Kollegs ist in der Regel nicht möglich.
- Vorzeitige Prüfung: Wer nach einem Semester gute Aussichten hat, kann auf Antrag an der gesamten Prüfung oder an einzelnen Fächern teilnehmen.
- Externenprüfung: Du kannst die Prüfung ohne Kollegbesuch ablegen, die Plätze sind begrenzt. Das Berliner Kolleg prüft externe Kandidaten nur einmal jährlich im Mai oder Juni und verlangt die Unterlagen bis 15. Januar per Post; in Leipzig brauchst Du zuvor die Vorzulassung einer sächsischen Universität, in Nordhausen die Zuweisung durch eine Thüringer Hochschule.
München legt die schriftlichen Prüfungen so, dass das Zeugnis vor dem Bewerbungsschluss der Universitäten vorliegt: im Wintersemester Ende November oder Anfang Dezember, im Sommersemester im Juni. Hamburg prüft meist im Mai und im November, Hannover im Januar und im Juni.
Nach der Feststellungsprüfung: der Studienplatz
Das Zeugnis stellt zusammen mit Deinem Heimatzeugnis die fachgebundene Hochschulzugangsberechtigung dar. Einen Anspruch auf einen Platz in zulassungsbeschränkten Studiengängen begründet es nicht; das stellen München und die Studienkollegverordnung Sachsen-Anhalt (§ 29 Abs. 2) ausdrücklich fest. Die Bewerbung läuft danach wie im Artikel zum ausländischen Abitur beschrieben: Gleichgestellte bewerben sich über hochschulstart, alle anderen direkt bei der Hochschule, die den 15. Januar als einzigen Termin festlegen darf. Zu welcher Gruppe Du zählst, hängt von Staatsangehörigkeit und Zeugnis ab – im Zweifel fragst Du die Hochschule.
Die Gesamtnote für die Bewerbung bildet sich aus Heimatzeugnis und Feststellungsprüfung; Hamburg schreibt, dass meist beide Durchschnittsnoten zur Hälfte zählen. Den Rechenweg zeigt der Artikel zum ausländischen Abitur, die Wirkung der Note in der Auswahl der Artikel zur Abiturbestenquote. Gleichgestellte mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung werden laut hochschulstart einer Landesquote zugelost. Für nicht Gleichgestellte sieht der Staatsvertrag über die Hochschulzulassung (Art. 9) eine Vorabquote vor, die zusammen mit den übrigen Vorabquoten bis zu 20 Prozent der Plätze umfasst; die Übersicht steht im Artikel zu den drei Quoten.
Plane den Kurs rückwärts von den Fristen. Das Kolleg Mainz zeigt den Rhythmus am deutlichsten:
| Schritt | Herbsthalbjahr | Frühjahrshalbjahr |
|---|---|---|
| Bewerbung an der JGU | bis 15. Mai | bis 15. November |
| Aufnahmeprüfung | Juni | Dezember |
| Unterrichtsbeginn | Mitte August | Mitte Februar |
| Feststellungsprüfung | November/Dezember | Mai/Juni |
| Zeugnis für die Studienplatzbewerbung | Januar des Folgejahres | Juli |
| Bewerbungsfrist um den Studienplatz | 15. Januar des Folgejahres | 15. Juli |
Im zentralen Verfahren endet die Frist für das Sommersemester 2027 am 15. Januar 2027; alle Fristen des zentralen Verfahrens stehen unter Alle Bewerbungsfristen, die Studienorte mit Sommersemester im Artikel zur Bewerbung zum Sommersemester.
Fristenkalender für den Kursstart 2027
Die Tabelle ordnet die Termine der Kollegs ab dem 23. Oktober 2026 zeitlich. Zeiträume ohne Jahreszahl auf den Kollegseiten sind dem nächsten Termin zugeordnet – prüfe das Datum vor der Bewerbung bei Kolleg und Hochschule.
| Datum | Kolleg | Termin |
|---|---|---|
| 31. Oktober 2026 | Leipzig (TU Freiberg) | Ende des Bewerbungszeitraums für das Sommersemester |
| 1. November 2026 | Frankfurt | Bewerbungsschluss Sommersemester (Beginn Ende Januar) |
| 1. November 2026 | Heidelberg, Leipzig (Uni Leipzig, TU Dresden, TU Chemnitz) | Beginn des Bewerbungszeitraums für das Sommersemester |
| 3. November 2026 | Mettingen | Bewerbungsschluss für Bewerber direkt aus Lateinamerika |
| 15. November 2026 | Mainz | Bewerbungsschluss Frühjahrshalbjahr |
| 17. November 2026 | Mettingen | Bewerbungsschluss mit Visum oder Aufenthaltstitel |
| 30. November bis 15. Dezember 2026 | Nordhausen | Registrierung für den Aufnahmetest |
| 15. Dezember 2026 | Heidelberg, Uni Leipzig | Bewerbungsschluss Sommersemester; Halle empfiehlt eine Bewerbung bis Mitte Dezember |
| 1. Januar bis 1. März 2027 | Hamburg | Bewerbung für den Kursbeginn im August |
| 11. und 12. Januar 2027 | Nordhausen | Aufnahmetest für das Sommersemester 2027 |
| 15. Januar 2027 | München (bayerische Universitäten), Leipzig (TU Dresden, TU Chemnitz) | Bewerbungsschluss Sommersemester |
| 16. Januar 2027 | Marburg (alle hessischen Kollegs laut Kolleg gleichzeitig) | Online-Aufnahmetest Sommersemester 2027, 10:00 Uhr |
| 8. Februar 2027 | München | Aufnahmetest; bei Bestehen Kursbeginn am 22. Februar 2027 |
| 1. März bis 15. April 2027 | Marburg | Bewerbung für das Wintersemester |
| 5. April 2027 | Heidelberg | Aufnahmeprüfung Sommersemester 2027 |
Typische Fehler bei der Bewerbung
- Falscher Kurs: Hamburg lässt nur die Bewerbung für eine Art Fachkurs zu, Berlin den Aufnahmetest nur für einen Schwerpunkt, München sieht keine Mehrfachbewerbung für mehrere Studiengänge vor. Prüfe vor der Bewerbung, welcher Kurs zum Studiengang gehört.
- Fehlende Unterlagen: Frankfurt und Heidelberg lassen das Nachreichen einzelner Unterlagen nach der Frist nicht zu; die Bewerbung wird dann nicht berücksichtigt.
- Zu späte Post: In Hamburg musst Du dafür sorgen, dass die Unterlagen vor Fristende eintreffen – das Kolleg empfiehlt das Einwurf-Einschreiben und bestätigt den Eingang nicht.
- Veraltetes Zertifikat: In Hamburg darf das Sprachzeugnis beim Eingang nicht älter als drei Jahre sein, und Berufszertifikate zählen nicht.
- Zu wenig Vorlauf: Rechne bei uni-assist mit Bearbeitungszeiten von 2 bis 4 Wochen (Halle), 3 bis 6 Wochen (Frankfurt) und 8 bis 10 Wochen oder länger bis zur Zulassung zum Aufnahmetest (Hannover); hinzu kommt die Wartezeit auf das Visum.
- Zu wenige Versuche eingeplant: Frankfurt erlaubt höchstens drei Teilnahmen am Aufnahmetest; wer im Aufnahmetest nicht aufgenommen wird, darf ihn in Berlin einmal wiederholen und muss sich dafür neu bewerben.
Gilt der M-Kurs auch für Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie?
Reicht ein Studienkolleg an einer Fachhochschule für Medizin?
Kann ich mich von der Deutschprüfung befreien lassen?
Kann ich mich an mehreren Studienkollegs gleichzeitig bewerben?
Lohnt sich ein privates Studienkolleg?
Gibt es Stipendien für das Studienkolleg?
Quellen
- KMK: Rahmenordnung für den Hochschulzugang mit ausländischen Bildungsnachweisen, für die Ausbildung an den Studienkollegs und für die Feststellungsprüfung (Beschluss vom 15.04.1994 i. d. F. vom 21.09.2006)
- DAAD: Studienkollegs und Feststellungsprüfung
- Arbeitsgemeinschaft bundesweiter Studienkollegs: Liste der Studienkollegs mit Kursangebot (Stand 26.03.2026)
- Universität Heidelberg: Bewerbung zum Studienkolleg, Fristen und Sprachniveau
- Studienkolleg Heidelberg: Aufnahmeprüfung und Termine
- Studienkolleg München: Termine, Aufnahmetest und Feststellungsprüfung
- Studienkolleg München: Feststellungsprüfung im M-Kurs
- Studienkolleg der FU Berlin: Bewerbung, Sprachkenntnisse und externe Prüfung
- Studienkolleg der FU Berlin: Aufnahmetest
- Studienkolleg Hamburg: Bewerbungsablauf, Fristen und Sprachzertifikate (Stand 20.08.2026)
- Studienkolleg Hamburg: Zulassungsverfahren und Punktesystem
- Goethe-Universität Frankfurt: Studienkolleg, Fristen, Aufnahmetest und Gebühren
- Studienkolleg Mittelhessen: Fristen und Aufnahmetest
- Niedersächsisches Studienkolleg: Aufnahmeverfahren
- Niedersächsisches Studienkolleg: Schwerpunktkurse und Kosten
- Niedersächsisches Studienkolleg: Feststellungsprüfung und Befreiung von der Deutschprüfung
- Universität Mainz: Studienkolleg, Prüfungsfächer und Jahresplan
- Studienkolleg Sachsen: Bewerbung, Fristen, Aufnahmetest und Kosten
- Studienkolleg Sachsen: Stundentafel des M-Kurses
- Universität Halle: Bewerbung für das Studienkolleg Halle
- Landesstudienkolleg Halle: Kurse
- Gebührenordnung des Landesstudienkollegs Sachsen-Anhalt vom 30.04.2025
- Studienkollegverordnung des Landes Sachsen-Anhalt (gültig ab 01.08.2022), Anlage 1 und § 29
- Staatliches Studienkolleg Nordhausen: Aufnahmetest
- Staatliches Studienkolleg Nordhausen: Bewerbung
- Studienkolleg Mettingen: Kosten
- hochschulstart: Internationale Bewerbende (Gleichstellung, Landesquoten, Direktbewerbung)
- Staatsvertrag über die Hochschulzulassung, Art. 5 und 9 (Stand 11.2019)
- uni-assist: Bearbeitungskosten
- DAAD: Ausbildungs- und Lebenshaltungskosten, Finanzierungsnachweis
Stand: Oktober 2026. Fristen, Gebühren und Termine gelten nach den Angaben der Kollegs und Hochschulen; die Kollegs ändern sie von Jahr zu Jahr, prüfe sie deshalb vor jeder Bewerbung auf der jeweiligen Seite.