Das Wichtigste in Kürze

  • Über die Abiturbestenquote werden 30 % der Studienplätze je Studienangebot vergeben.
  • Maßgeblich ist der Punktwert der Hochschulzugangsberechtigung auf der 900er-Skala. Die Note 1,0 deckt 823 bis 900 Punkte ab.
  • Zum Wintersemester 2026/27 lagen die Auswahlgrenzen in Humanmedizin je nach Studienort und Landesliste zwischen 771 und 879 Punkten — das entspricht den Noten 1,0 bis 1,3.
  • Bei den vier betrachteten Angeboten schwankte die Grenze für Abitur aus Nordrhein-Westfalen von 2020/21 bis 2025/26 um höchstens 11 Punkte; zum Wintersemester 2026/27 lag sie bei allen 41 vergleichbaren Studienangeboten niedriger (Verlauf der Auswahlgrenzen).
  • Zunächst entstehen 16 Landeslisten, die anschließend zu einer Bundesliste zusammengeführt werden.
  • Aus der Bundesliste wird für jedes einzelne Studienangebot eine eigene, meist deutlich kürzere Rangliste gefiltert.
  • Bei Punktgleichheit zählt ein abgeleisteter Dienst, zuletzt das Los.

Landeslisten und Bundesliste

Für jedes Bundesland wird zunächst eine eigene Landesliste erstellt, auf der die Bewerber aller vier zentral vergebenen Studiengänge (zu einem Sommersemester aller drei) gemeinsam geführt werden. Erstes Sortierkriterium ist der Punktwert der Hochschulzugangsberechtigung. Weil auf einer Landesliste nur Bewerber konkurrieren, die ihren Abschluss im selben Bundesland erworben haben, wirken sich Unterschiede im Notenniveau der Länder nicht auf die Reihung aus. Welche Landesliste für Dich gilt, bestimmt das Land Deiner Hochschulzugangsberechtigung, nicht Dein Wohnort.

Im nächsten Schritt werden die 16 Landeslisten zu einer gemeinsamen Bundesliste überführt. Ausschlaggebend ist dabei neben der Punktzahl die Größe des jeweiligen Bundeslands: Ein bevölkerungsreiches Land erhält einen höheren Anteil an den Studienplätzen als ein kleines, weil dort mehr Menschen eine Studienberechtigung erwerben und sich mehr Bewerber melden. Wie dieser Anteil berechnet wird, zeigt der nächste Abschnitt.

Zuletzt entsteht für jedes einzelne Studienangebot, etwa Zahnmedizin an der Universität Heidelberg, eine eigene Rangliste. Sie folgt der Reihenfolge der Bundesliste, aber alle fallen weg, die sich nicht für dieses Angebot beworben haben. Nach dem Beispiel im Leitfaden kann ein Bewerber, der auf der Bundesliste Platz 20 belegt, auf den Ranglisten je Studienangebot an Position zehn oder acht stehen. Für die Wahl Deiner Studienorte ist das ein Argument für eine breite Bewerbung (siehe Studienortswünsche strategisch wählen).

So berechnet sich die Landesquote

Die Landesquote legt fest, welcher Anteil der Plätze auf ein Land entfällt. Nach Artikel 10 Absatz 1 des Staatsvertrags über die Hochschulzulassung bemisst sie sich zu einem Drittel nach dem Anteil des Landes an allen Bewerbern der zentral vergebenen Studiengänge und zu zwei Dritteln nach seinem Anteil an den 18- bis unter 21-Jährigen. In den Bewerberanteil gehen nur Personen ein, deren Hochschulzugangsberechtigung alle Länder gegenseitig anerkennen. Für Berlin, Bremen und Hamburg werden die errechneten Quoten um 30 Prozent erhöht.

Eine Modellrechnung mit angenommenen Anteilen zeigt die Gewichtung: Stellt ein Land 10 % der Bewerber und 20 % der 18- bis unter 21-Jährigen, ergibt sich 10 % ÷ 3 + 20 % × 2 ÷ 3 = 3,3 % + 13,3 % = 16,7 %. Bei gleichen Anteilen eines Stadtstaats ergäbe sich nach der Erhöhung um 30 Prozent zunächst 16,7 % × 1,3 = 21,7 %. Die Bevölkerung zählt doppelt so stark wie die Bewerberzahl — ein Land, dessen Anteil an den 18- bis unter 21-Jährigen über seinem Bewerberanteil liegt, erhält eine Quote oberhalb seines Bewerberanteils. Wie unterschiedlich die Auswahlgrenzen je Land ausfallen, zeigt der Ländervergleich weiter unten. Den Überblick über alle Quoten gibt der Artikel Die drei Quoten der Studienplatzvergabe.

Die 900er-Skala

Punktwerte werden in der Abiturbestenquote immer auf die 900er-Skala bezogen. Weist ein Zeugnis nur eine Note und keinen Punktwert aus, gilt der Mittelwert der zugehörigen Punktspanne. Für die Note 1,0 ist das eine Spanne von 823 bis 900 Punkten; der Leitfaden nennt dafür beispielhaft 862 Punkte. Die Spannen legt Anlage 4 der KMK-Vereinbarung zur gymnasialen Oberstufe fest:

AbiturdurchschnittsnotePunktspanne (900er-Skala)Mittelwert der Spanne
1,0823 bis 900861,5 (Leitfaden: 862)
1,1805 bis 822813,5
1,2787 bis 804795,5
1,3769 bis 786777,5
1,4751 bis 768759,5
1,5733 bis 750741,5
1,6715 bis 732723,5
1,7697 bis 714705,5
1,8679 bis 696687,5
1,9661 bis 678669,5
2,0643 bis 660651,5

Wer nur eine Note ohne Punktwert nachweist, tritt mit dem Mittelwert seiner Spanne an. Bewerber mit gleicher Note, aber höherem Punktwert, liegen davor, solche mit niedrigerem Punktwert dahinter. Weist ein Zeugnis Punktwerte auf Basis einer maximal erreichbaren Punktzahl von 840 aus, erfolgt die Umrechnung nach dieser Formel:

P900 = P840 × 180 / 168

P900 ist der gesuchte Wert auf der 900er-Skala, P840 die Punktzahl auf dem Zeugnis. Ein Beispiel: 756 von 840 Punkten ergeben 756 × 180 ÷ 168 = 810 Punkte, ein Wert im Bereich der Note 1,1 (805 bis 822). Das Maximum von 840 Punkten führt genau auf 900.

Länder im Vergleich: ein Beispiel

Wie stark sich dieselbe Universität je nach Bundesland unterscheidet, zeigen die Auswahlgrenzen zum Wintersemester 2026/27 (Stand: Ende der Koordinierungsphase) für Humanmedizin an der Universität Duisburg-Essen. Die Tabelle nennt sieben der 16 Landeslisten, sortiert nach Punkten:

Landesliste (HZB erworben in …)HZB-DurchschnittsnotePunktwert (900er-Skala)
Saarland1,0836
Thüringen1,0823
Baden-Württemberg1,1807
Bayern1,2801
Nordrhein-Westfalen1,2794
Niedersachsen1,2790
Schleswig-Holstein1,3780

Dasselbe Studienangebot verlangte also von einem Bewerber aus Schleswig-Holstein 780 Punkte (Note 1,3), von einem Bewerber aus dem Saarland 836 Punkte (Note 1,0) — ein Unterschied von 56 Punkten. Über alle 42 Studienangebote und 16 Landeslisten lagen die Grenzen zwischen 771 und 879 Punkten. Dienst und Los können die Grenze im Einzelfall mitbestimmt haben, wie hochschulstart vermerkt. Als Richtwert für kommende Verfahren taugen die Zahlen nicht, denn die Konkurrenzlage ändert sich jedes Mal.

Die Punktwerte aller Landeslisten je Hochschule stehen auf den Uni-Profilen, für Duisburg-Essen hier; die Notenspanne aller Studienangebote zeigt die NC-Tabelle. Mit Deinen eigenen Punkten kannst Du im Chancen-Rechner prüfen, wie Du im Modell abschneidest. Ein semesterübergreifendes Archiv der Auswahlgrenzen aller Standorte pflegt nc-check.de. Wartezeit zählt in der Abiturbestenquote nicht; warum, erklärt der Artikel zu den Wartesemestern.

Bewerber mit deutscher Hochschulzugangsberechtigung aus dem Ausland nehmen wie Deutsche in der Quote des Landes teil, in dem sie ihr Zeugnis erworben haben. Wer eine ausländische Hochschulzugangsberechtigung hat, wird einer Landesquote zugelost. Die Einzelheiten stehen im Artikel zum ausländischen Abitur.

Verlauf der Auswahlgrenzen seit 2020

Die Auswahlgrenzen einzelner Studienangebote bewegten sich von Wintersemester 2020/21 bis 2025/26 meist innerhalb von gut zehn Punkten. Zum Wintersemester 2026/27 fielen sie für Bewerber mit Abitur aus Nordrhein-Westfalen dann deutlich. Die Tabelle zeigt die Grenzen der NRW-Landesliste für vier Studienangebote mit unterschiedlichem Niveau und Verlauf: Münster (sehr hohes Niveau), die RWTH Aachen (obere Mitte), Bielefeld (seit dem Wintersemester 2021/22 im Angebot, mit dem größten Rückgang der vier) und Rostock (niedriges Niveau). Wintersemester werden nur mit Wintersemestern verglichen; die Sommersemester stehen weiter unten gesondert. Alle Werte sind Punkte auf der 900er-Skala zum Ende der Koordinierungsphase.

WintersemesterMünsterRWTH AachenBielefeldRostock
2020/21864838kein Angebot814
2021/22872848835820
2022/23864838832818
2023/24874840831815
2024/25875839828814
2025/26873839827813
2026/27851823790789
Veränderung erster bis letzter Wert−13−15−45 (seit 2021/22)−25

Punkte der Hochschulzugangsberechtigung (900er-Skala), Landesliste Nordrhein-Westfalen. Quellen: hochschulstart, Detailergebnisse des Zentralen Verfahrens Humanmedizin je Wintersemester, Abschnitt Abiturbestenquote, Stand Ende der Koordinierungsphase (siehe Quellenblock). Die Differenzen sind eigene Rechnung.

Der Abstand zwischen den Angeboten blieb in jedem Wintersemester bestehen, in dem sie im Angebot waren: Münster lag vor Aachen, Aachen vor Bielefeld, Bielefeld vor Rostock. Zwischen Münster und Rostock lagen 46 bis 62 Punkte. Von 2020/21 bis 2025/26 schwankte jede Reihe um höchstens 11 Punkte (Münster 864 bis 875, Aachen 838 bis 848, Bielefeld 827 bis 835, Rostock 813 bis 820). Eine Notenstufe von 0,1 umfasst auf der Skala 18 Punkte, die Schwankung entspricht also etwa einer halben Stufe. Zum Wintersemester 2026/27 lag jeder der vier Werte unter dem bisherigen Tiefstwert seiner Reihe: Münster um 13, Aachen um 15, Bielefeld um 37 und Rostock um 24 Punkte.

Der Rückgang betrifft die NRW-Landesliste. Von den 41 Studienangeboten, die es zum Wintersemester 2025/26 und 2026/27 gab, lag die NRW-Grenze bei allen niedriger, zwischen 2 und 37 Punkten, im Median 18. In den anderen Landeslisten fiel die Entwicklung unterschiedlich aus: In Bayern und im Saarland stiegen die Werte bei 38 von 41 Angeboten, in Sachsen-Anhalt sanken sie bei 35 von 41. Die Landeslisten bewegen sich also nicht im Gleichschritt. Die Werte für Dein Bundesland findest Du auf den Uni-Profilen und in der NC-Tabelle, die sich auf frühere Semester umstellen lässt.

Die Sommersemester stehen gesondert, weil nur 10 bis 11 Studienangebote zum Sommer aufnehmen (zum Winter 38 bis 42). Die Tabelle zeigt drei davon für die NRW-Landesliste.

SommersemesterMünsterKölnTübingen
2020814813808
2021847816814
2022849827827
2023852837834
2024843832830
2025855840841
2026850824823

In allen drei Reihen liegt der Sommerwert in jedem Jahr unter dem Wintersemester-Wert desselben Jahres, bei Münster zum Beispiel 814 im Sommersemester 2020 gegenüber 864 im Wintersemester 2020/21. Beide Reihen lassen sich deshalb nicht zu einer Kurve verbinden. Gegenüber dem Vorjahr sank der Sommerwert 2026 in Münster um 5, in Köln um 16 und in Tübingen um 18 Punkte.

Für Deine Planung heißt das: Ein einzelner Vorjahreswert ist ein Orientierungspunkt mit Streuung. Vergleiche die Grenze Deines Wunschorts über mehrere Wintersemester und lies sie aus Deiner Landesliste ab. Ein Rechenbeispiel mit festen Punkten: 835 Punkte aus NRW lagen zum Wintersemester 2026/27 über den Grenzen von Aachen (823), Bielefeld (790) und Rostock (789) und unter der von Münster (851); ein Jahr zuvor hätte derselbe Wert in Aachen (839) noch unter der Grenze gelegen. Da die Abstände zwischen den Orten über die Jahre bestehen blieben, lohnt der Blick auf mehrere Orte zugleich; Hinweise dazu gibt der Artikel Studienortswünsche strategisch wählen. Eine Prognose für kommende Verfahren geben die Zahlen nicht her.

Bei Punktgleichheit: Dienst und Los

Bei Punktgleichheit entscheidet zunächst ein abgeleisteter Dienst, zuletzt das Los. Welche Dienste zählen, erklärt der Artikel Dienst, Ausbildung, Preise; den Ablauf bis zum Los beschreibt der Artikel zum Losverfahren.

Welche Punktzahl brauche ich in der Abiturbestenquote an meiner Wunschuni?
Das hängt vom Studienort und von Deinem Bundesland ab. Zum Wintersemester 2026/27 lagen die Auswahlgrenzen in Humanmedizin zwischen 771 und 879 Punkten (Noten 1,0 bis 1,3). Die Notenspanne aller 42 Studienangebote zeigt die NC-Tabelle, die Punktwerte je Bundesland stehen auf den Uni-Profilen; im Chancen-Rechner kannst Du Deine Punkte eintragen. Es sind Werte des Vorjahres, keine Prognose.
Zählt mein Wohnort oder das Bundesland meines Abiturs?
Das Bundesland, in dem Du die Hochschulzugangsberechtigung erworben hast. Dort konkurrierst Du auf der Landesliste, unabhängig davon, wo Du wohnst oder studieren möchtest. Wie ausländische Zeugnisse eingeordnet werden, steht im Artikel zum ausländischen Abitur.
Gilt dieselbe Landesliste für alle Studiengänge?
Ja. Je Bundesland gibt es nur eine Landesliste für Humanmedizin, Zahnmedizin, Pharmazie und (nur zum Wintersemester) Tiermedizin. Deine Punkte gelten für jedes Studienangebot, für das Du Dich bewirbst; erst die Rangliste je Studienangebot wird getrennt gebildet.
Hilft Wartezeit in der Abiturbestenquote?
Nein. Wartezeit wird laut ZEQ-Kriterien von hochschulstart seit dem Sommersemester 2022 nicht mehr berücksichtigt. In der Abiturbestenquote zählt allein der Punktwert Deiner Hochschulzugangsberechtigung; warum es keine Wartezeitquote mehr gibt, steht im Artikel zu den Wartesemestern.
Was zählt bei Punktgleichheit auf der Rangliste?
Erst ein abgeleisteter Dienst, zuletzt das Los. Die Einzelheiten stehen im Artikel zum Losverfahren.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Die Auswahlgrenzen stammen aus abgeschlossenen Verfahren (Sommersemester 2020 bis Wintersemester 2026/27) und sind keine Prognose; Punktspannen und Landesquote gelten nach KMK-Vereinbarung, Staatsvertrag und Leitfaden Sommersemester 2027.