An staatlichen Universitäten kostet ein Medizinstudium keine klassischen Studiengebühren, sondern nur einen Semesterbeitrag zwischen rund 97 € und rund 400 € — über die komplette Regelstudienzeit von zwölf Semestern also selten mehr als 3.000 bis 4.000 €. An einer Privathochschule sind es dagegen 76.800 € bis 118.000 € insgesamt.
Semesterbeiträge: 97 € bis 403 €, je nach Hochschule
Der Semesterbeitrag ist keine Studiengebühr im eigentlichen Sinn, sondern deckt Verwaltung, Studierendenwerk und meist das Deutschlandsemesterticket ab. Wie stark er zwischen den Hochschulen schwankt, zeigen diese verifizierten Beispiele:
| Hochschule | Betrag | Semester |
|---|---|---|
| LMU München | 97,00 € | ab SoSe 2026 |
| Uni Bayreuth | 165,84 € / 172,00 € | SoSe 2026 / WiSe 2026/27 |
| Uni Heidelberg | 189,80 € | aktuell |
| Uni zu Köln | 355,65 € | WiSe 2026/27 |
| Uni Hamburg | 384,00 € | SoSe 2026 |
| TU Darmstadt | 402,68 € | WiSe 2026/27 |
Haupttreiber der Unterschiede ist das Deutschlandsemesterticket: Wo es voll im Beitrag enthalten ist, liegt der Betrag deutlich höher als an Hochschulen, die es separat oder gar nicht anbieten.
Sonderfall Baden-Württemberg: echte Studiengebühren
Eine Ausnahme von der Regel „keine Studiengebühren" gilt seit dem Wintersemester 2017/18 in Baden-Württemberg: Wer nicht aus einem EU- oder EWR-Staat kommt, zahlt dort 1.500 € pro Semester zusätzlich zum üblichen Semesterbeitrag. Für ein Zweitstudium werden 650 € pro Semester fällig — unabhängig von der Herkunft.
BAföG: bis zu 992 € im Monat
Der aktuelle BAföG-Höchstsatz liegt bei 992 € im Monat für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen und sich selbst krankenversichern: 475 € Grundbedarf, 380 € Wohnpauschale und 137 € Zuschlag für Kranken- und Pflegeversicherung. Wer noch bei den Eltern wohnt, bekommt maximal 671 €, wer auswärts wohnt und familienversichert bleibt, maximal 855 €. BAföG setzt sich je zur Hälfte aus Zuschuss und zinslosem Staatsdarlehen zusammen; die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer mit 130 € im Monat und ist auf maximal 77 Raten bzw. 10.010 € gedeckelt. Für Medizin besonders relevant: die „Hilfe zum Studienabschluss" von bis zu zwölf Monaten über die Förderungshöchstdauer hinaus sowie das seit dem Wintersemester 2024/25 mögliche einmalige Flexibilitätssemester.
KfW-Studienkredit als Alternative
Der KfW-Studienkredit (Produkt 174) zahlt zwischen 100 € und 650 € im Monat aus, flexibel anpassbar, für 18- bis 44-Jährige. Der effektive Jahreszins liegt seit dem 1.4.2026 bei 6,53 Prozent und wird variabel jeweils zum 1.4. und 1.10. neu festgesetzt; in der Rückzahlungsphase ist eine Festzins-Option möglich. Nach einer Karenzzeit von in der Regel 18 Monaten, in denen nur Zinsen fällig werden, läuft die reguläre Rückzahlung meist über rund zehn Jahre, maximal 25 Jahre und spätestens bis zum 67. Geburtstag.
Kontrast: Was ein Studium an einer Privathochschule kostet
Wer sich für eine der deutschen Privathochschulen mit Staatsexamen entscheidet, zahlt insgesamt zwischen 76.800 € und 118.000 € für die komplette Regelstudienzeit — ein Vielfaches der Semesterbeiträge an staatlichen Universitäten. Wer diese Summe nicht direkt aufbringen will, findet im Artikel zum Privatstudium finanzieren Modelle wie einkommensabhängige Rückzahlung oder Stipendien gegen eine spätere Arbeitsbindung.
Was kostet ein Medizinstudium an einer staatlichen Uni pro Semester?
Gibt es in Deutschland noch echte Studiengebühren?
Wie hoch ist der aktuelle BAföG-Höchstsatz?
Muss ich das BAföG komplett zurückzahlen?
Quellen
- LMU München — Semesterbeitrag ab SoSe 2026
- MWK Baden-Württemberg — Gebühren für internationale Studierende und Zweitstudium
- bafög.de — Bedarfssätze
- kfw.de — Q&A Studienkredit
Stand Juli 2026. BAföG-Sätze gültig seit 1.8.2024, KfW-Zins Stand 1.4.2026. Semesterbeiträge ändern sich meist jährlich zum Semesterwechsel — vor Bewerbung die aktuelle Seite der jeweiligen Hochschule prüfen.