Zum Sommersemester 2026 boten nur 11 von 41 Humanmedizin-Standorten einen Studienstart an — mit zusammen 1.799 statt 10.281 Plätzen im vorangegangenen Wintersemester 2025/26. Wer flexibel ist, verdoppelt seine Bewerbungschancen im Jahr faktisch nicht: Das Sommersemester ist eine deutlich kleinere Nebenrunde, kein vollwertiges zweites Auswahlverfahren.
Das Wichtigste in Kürze
- Zum Sommersemester 2026 gab es in Humanmedizin 11 Studienangebote mit insgesamt 1.799 Plätzen, gegenüber 41 Angeboten und 10.281 Plätzen zum Wintersemester 2025/26.
- Tiermedizin wird ausschließlich zum Wintersemester vergeben.
- Die Auswahlgrenzen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule — mal höher, mal niedriger als im Wintersemester derselben Uni.
- Für die Bewerbung gilt eine einzige Ausschlussfrist zum 15. Januar, statt zweier gestaffelter Fristen wie im Wintersemester.
Welche Unis zum Sommersemester 2026 Humanmedizin anboten
Laut den Auswahlgrenzen zum Ende der Koordinierungsphase Sommersemester 2026 standen folgende elf Studienangebote zur Wahl: Charité Berlin (317 Plätze), Universität Erlangen-Nürnberg (172), der Kooperationsstudiengang Erlangen-Nürnberg/Bayreuth (55), Universität Gießen (180), Universität Göttingen (178), Universität Köln (194), Universität Mainz (194), der Kooperationsstudiengang Mainz/Medizincampus Trier (30), Universität Münster (148), Universität Tübingen (178) und Universität Würzburg (153). Große Standorte wie Aachen, München, Hamburg oder Heidelberg fehlen im Sommersemester-Verfahren komplett — sie vergeben ausschließlich zum Wintersemester.
Tiermedizin fällt komplett weg
Für Tiermedizin gibt es im Zentralen Verfahren gar kein Sommersemester-Angebot; der Studiengang wird durchgehend nur zum Wintersemester vergeben. Wer sein Studium zum Sommersemester beginnen möchte, hat die Wahl zwischen Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie — auch für Zahnmedizin und Pharmazie liegen separate, kleinere Sommersemester-Verfahren mit eigenen Auswahlgrenzen vor.
Sind die Grenzwerte im Sommersemester niedriger?
Ein pauschales „leichter" oder „schwerer" gibt es nicht — der direkte Vergleich zwischen dem Wintersemester 2025/26 und dem darauffolgenden Sommersemester 2026 zeigt beide Richtungen. An der Universität Münster sank die AdH-Grenzpunktzahl von 67,4 auf 66,7 und die ZEQ-Grenze von 76,5 auf 74,5 — hier war das Sommersemester also etwas zugänglicher. An der Universität Göttingen verlief es umgekehrt: Die AdH-Grenzpunktzahl in Unterquote 1 stieg von 59,6 auf 62,1, in Unterquote 2 von 66,2 auf 70,0, und auch die ZEQ-Grenze zog von 74,0 auf 78,0 Punkte an. Bei der Abiturbestenquote zeigt sich dasselbe uneinheitliche Bild: Für Bewerber:innen mit baden-württembergischer HZB lag die Grenze in Münster im Sommersemester bei 861 Punkten (Note 1,0) statt zuvor 870 Punkte im Wintersemester, während sie in Göttingen von 834 auf 819 Punkte sank. Die Zahl der Bewerbungen pro Semester schwankt offenbar stärker als jede feste Regel — verlass Dich deshalb nicht auf die pauschale Annahme, das Sommersemester sei grundsätzlich die leichtere Variante. Aktuelle Werte für alle Standorte findest Du in der NC-Tabelle.
Bewerbungsfrist: nur ein Termin
Anders als zum Wintersemester, wo zwischen Alt- und Neu-Abiturient:innen unterschieden wird, gilt zum Sommersemester eine einheitliche Ausschlussfrist: Alle Bewerbungen müssen bis zum 15. Januar online bei hochschulstart eingegangen sein, Nachreichungen bis zum 20. Januar. Der übrige Ablauf über DoSV und AntOnentspricht exakt dem Verfahren zum Wintersemester. Mehr zu allen Terminen imFristen-Überblick.
Kann ich Tiermedizin zum Sommersemester studieren?
Sind die Chancen zum Sommersemester besser als zum Wintersemester?
Gilt für das Sommersemester dieselbe Bewerbungsplattform?
Kann ich mich sowohl für das Winter- als auch für das Sommersemester bewerben?
Quellen
- hochschulstart.de — Leitfaden für Ihre Studienplatzbewerbung, Wintersemester 2026/27, Kap. 1.1 und 4 (Stand: 24.03.2026)
- hochschulstart.de — Auswahlgrenzen Humanmedizin, Ende Koordinierungsphase Sommersemester 2026 und Wintersemester 2025/26
Stand der Recherche: 18. Juli 2026. Alle Grenzwerte stammen aus abgeschlossenen Vergabeverfahren und sind Beispielwerte — keine Prognose für künftige Semester.