Fünf Bundesländer — Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt — vergeben eine eigenständige ÖGD-Quote: Studienplätze für Medizin, die statt an die Abiturnote an eine spätere Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst gebunden sind, etwa als Amtsärztin oder Amtsarzt im Gesundheitsamt.

Woher kommt die ÖGD-Quote?

Hintergrund ist der „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst", den Bund und Länder am 29.9.2020 beschlossen haben — ein milliardenschweres Förderprogramm (4 Mrd. € für die Laufzeit 2021–2026) zum Ausbau der Gesundheitsämter. Das Bundesgesundheitsministerium stellt auf seiner Themenseite allerdings keinen direkten Bezug zwischen diesem Pakt und Medizinstudienplatz-Quoten her: Die ÖGD-Quoten sind eigenständige Landesregelungen, die einzelne Bundesländer zusätzlich zum Pakt eingeführt haben.

Welche Bundesländer haben eine ÖGD-Quote?

BundeslandPlätzeBindungVerfahren/Rechtsgrundlage
Baden-Württembergbis zu 10/Jahr, befristet auf 5 Jahre, Start WS 2026/2710 Jahre ÖGD-FacharzttätigkeitGesundheitsdienst-Fachkräftegesetz (GDFG), Bewerbung 1.–30.4. bei RP Stuttgart
Bayern13 Plätze (WS 2025/26, nach Verfahrensabschluss bestätigt)10 Jahre ÖGD nach 18 Monaten Berufserfahrung, inkl. Facharzt „Öffentliches Gesundheitswesen"Teil 2 BayLArztG (Art. 4–5), gemeinsames LGL-Verfahren mit der Landarztquote
Hessen15/Wintersemester (Frankfurt, Gießen, Marburg), Teil der „Doppel-Vorabquote"10 Jahre nach FacharztweiterbildungGHVöG §§ 2, 4 / Staatsvertrag vom 21.3.2019
Rheinland-Pfalz1,5 % (rund 4–8 Plätze/Semester)10 Jahre ÖGD nach Facharztabschluss, besonders unterversorgte LandkreiseÖGDÄ-NachwG RP (26.9.2019); Vertragsstrafe bis 250.000 €
Sachsen-Anhaltoffiziell 5 Plätze (WS 2025/26)Tätigkeit im ÖGD Sachsen-Anhalt„Amtsarztquote", KVSA-Verfahren

Die übrigen elf Bundesländer haben laut hochschulstart.de keine eigenständige ÖGD-Quote. Ausnahme Mecklenburg-Vorpommern: Dort sind ÖGD-Plätze „anteilig" in das Landarztquoten-Gesetz integriert, aber ohne separates Verfahren und ohne eigene Zahlen — redaktionell ein Sonderfall, kein vollwertiges eigenständiges Programm.

Bewerbung im Detail: Unterlagen, Test und Auswahlverfahren je Bundesland

Vier der fünf Länder betten die ÖGD-Quote ins selbe Gesetz und Verfahren wie die Landarztquote ein — mit ein paar spezifischen Abweichungen bei Platzzahlen, Bedarfsregionen und teils zusätzlichen Unterlagen. Nur Baden-Württemberg hat mit dem Gesundheitsdienst-Fachkräftegesetz eine komplett eigenständige Rechtsgrundlage. Die folgenden Aufklapp-Boxen fassen für jedes Land die sechs wichtigsten Verfahrensdetails zusammen, ausschließlich aus offiziellen Quellen der zuständigen Landesbehörde.

Baden-Württemberg

Bewerbungsunterlagen

Da die ÖGD-Quote hier ein eigenständiges Gesetz hat, bewirbst Du Dich elektronisch über das Landes-Serviceportal: Pflicht sind Abiturnachweis, Lebenslauf mit Anschreiben und Studienortreihung sowie eine Erklärung zu Prüfungsanspruch und Immatrikulationsstatus. TMS-Ergebnis, eine Ausbildung im Gesundheitsberuf, Freiwilligendienst, Wehrdienst oder Ehrenamt verbessern die Punktzahl, sind aber optional. Für den ersten Jahrgang WS 2026/27 lief die Frist bis 30. April statt wie sonst 31. März.

TMS-Gewichtung

Der TMS bringt bis zu 60 von 100 Punkten der ersten Stufe. Die übrigen bis zu 40 Punkte verteilen sich auf eine Ausbildung im Gesundheitsberuf (bis 30, gestaffelt nach Dauer und Nähe zum ÖGD), Berufstätigkeit, Freiwilligendienst oder mindestens zweijähriges Ehrenamt. Die zweite Stufe (Auswahlgespräch) bringt noch einmal bis zu 100 Punkte dazu.

Auswahlgespräch

Eingeladen wird höchstens die doppelte Anzahl an Bewerber:innen wie Plätze verfügbar sind. Das nicht-öffentliche Gespräch kann online stattfinden, dauert laut Gesetzestext mindestens 20, laut Bewerbungsportal bis zu 45 Minuten, vor einer mindestens dreiköpfigen Kommission mit mindestens einer Fachärztin oder einem Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen aus einem Gesundheitsamt.

Bewerberzahlen

Da das Programm erst zum Wintersemester 2026/27 startet, liegt noch kein Ergebnis des ersten Auswahlverfahrens vor. Eine gemeinsame Pressemitteilung zur Landarzt- und ÖGD-Quote nannte im April 2026 nur für die Landarztquote eine Bewerberzahl, zur ÖGD-Quote lediglich den damals noch offenen Bewerbungsschluss.

Bedarfsregionen

Eine feste Liste konkreter Gesundheitsämter gibt es nicht. Das Sozialministerium stellt den besonderen öffentlichen Bedarf jährlich fest, gestützt auf Stellenzahlen und absehbare Pensionierungen im ÖGD. Deinen Einsatzort bekommst Du erst nach der Facharztweiterbildung zugeteilt, unter Berücksichtigung von Ortswünschen und in Reihenfolge des Studienbeginns.

Nach der Zusage

Zusätzlich zur üblichen Vertragsstrafe von bis zu 250.000 € bei Nichterfüllung gibt es hier einen Bonus: ein Stipendium von pauschal 600 € im Monat ab bestandenem ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bis zum Ende der Regelstudienzeit — bei Abbruch oder Vertragsbruch anteilig zurückzuzahlen.

Quelle: landarztquote-bw.de — ÖGD-Quote, FAQ · Alle Studienorte in Baden-Württemberg

Bayern

Bewerbungsunterlagen

Läuft im selben Gesetz und selben LGL-Verfahren wie die Landarztquote, mit identischer Unterlagenliste: Antragsformular, Abiturnachweis, Anschreiben zu den Beweggründen. Optional zur Punkteverbesserung: TMS-Ergebnis, ein Berufsabschluss im Gesundheitswesen, Freiwilligendienst oder Ehrenamt. Eine eigene ÖGD-spezifische Dokumentenliste gibt es nicht.

TMS-Gewichtung

Dieselbe Formel wie bei der Landarztquote: bis zu 50 von 100 Punkten aus dem TMS, bis zu 30 Punkten für eine Ausbildung im Gesundheitsberuf, bis zu 20 Punkten für Freiwilligendienst oder Ehrenamt. Die Abiturnote zählt nicht, bei Punktgleichstand entscheidet das Los.

Auswahlgespräch

Dasselbe gemeinsame Multiple-Mini-Interview-Verfahren wie bei der Landarztquote (vier Kurzinterviews plus ein Einzelgespräch, rund 40 Minuten in Erlangen) — der einzige Unterschied: In denselben Gesprächen wird zusätzlich Deine Eignung für die Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst geprüft.

Bewerberzahlen

Laut Pressemitteilung nach Verfahrensabschluss wurden zum Wintersemester 2025/26 13 ÖGD-Quote-Plätze vergeben (parallel zu 172 Landarztquote-Plätzen), bei über 500 Bewerbungen für beide Quoten zusammen. Eine früher auf dem Bewerbungsportal genannte Zahl von 38 Plätzen widerspricht dem und dürfte eine vor Verfahrensabschluss kommunizierte Planzahl gewesen sein, die nicht aktualisiert wurde.

Bedarfsregionen

Anders als bei der Landarztquote zählt hier kein Versorgungsgrad nach KV-Bedarfsplanung, sondern eine eigene ministerielle Allgemeinverfügung, die den landesweiten Personalbedarf im ÖGD feststellt (rund 450 Ärzt:innen, altersbedingte Pensionierungen plus zusätzlicher Bedarf aus dem Pakt für den ÖGD). Eingesetzt wirst Du überwiegend bei einem der 71 staatlichen oder 5 kommunalen bayerischen Gesundheitsämter.

Nach der Zusage

Dieselbe Vertragsstrafe von 250.000 € und dieselbe Härtefallregelung wie bei der Landarztquote. Eine ÖGD-spezifische Besonderheit: Die zehnjährige ÖGD-Tätigkeitspflicht beginnt erst nach dem Studium UND 18 Monaten ärztlicher Berufserfahrung — diese klinische Vorlaufzeit kennt die Landarztquote nicht.

Quelle: landarztquote.bayern.de — Auswahlverfahren · Alle Studienorte in Bayern

Hessen

Bewerbungsunterlagen

Läuft als gemeinsame „Doppel-Vorabquote" mit der Landarztquote, mit identischer Unterlagenliste: Bewerber-ID von hochschulstart.de, Lebenslauf, Abiturnachweis, Ausweiskopie. TMS-Ergebnis, Berufsausbildung, Berufstätigkeit, Freiwilligendienst oder Ehrenamt verbessern die Bewertung. Ein Führungszeugnis wird für die ÖGD-Quote nirgends verlangt.

TMS-Gewichtung

Identisch zur Landarztquote und nicht nach Quote getrennt: bis zu 60 von 100 Punkten aus dem TMS, bis zu 40 Punkte kombiniert für Berufsausbildung, -tätigkeit, Freiwilligendienst oder Ehrenamt. Eine ÖGD-spezifische Gewichtungsabweichung gibt es nicht.

Auswahlgespräch

Ein gemeinsames, standardisiertes Verfahren für Landarzt- und ÖGD-Quote am Medizinischen Lehrzentrum der JLU Gießen, maximal 60 Minuten, bewertet werden soziale Kompetenz und Motivation fürs „spätere ärztliche Berufsziel" allgemein — eine separate ÖGD-Kommission oder eigene Fragenkataloge sind offiziell nicht dokumentiert. Eine Parallelbewerbung auf beide Quoten ist möglich.

Bewerberzahlen

Für das Wintersemester 2025/26 sind 15 Plätze beziehungsweise 1,3 % der hessischen Medizinstudienplätze offiziell bestätigt. Eine nach Quote getrennte Bewerberzahl oder Erfolgsquote veröffentlicht Hessen nicht — nur kombinierte Gesamtzahlen des „Hessischen Wegs", ebenso wenig die genaue Platzverteilung auf Frankfurt, Gießen und Marburg.

Bedarfsregionen

Bedarfsregion ist laut Mustervertrag ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt mit festgestelltem besonderem öffentlichen Bedarf — nicht pauschal eines der 24 hessischen Gesundheitsämter. Zugeteilt wirst Du erst kurz vor Beginn Deiner Tätigkeit, unter Berücksichtigung unverbindlicher Ortswünsche; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Nach der Zusage

Mechanisch identisch zur Landarztquote, aber mit eigenem ÖGD-Mustervertrag: Facharztweiterbildung Öffentliches Gesundheitswesen nach dem Studium, danach zehn Jahre ÖGD-Tätigkeit im Bedarfsgebiet, Vertragsstrafe 250.000 € bei schuldhafter Nichterfüllung, „Notbremse"-Rücktritt bis zum ersten Werktag im Juli.

Quelle: hlfgp.hessen.de — Bewerbung und Auswahl · Alle Studienorte in Hessen

Rheinland-Pfalz

Bewerbungsunterlagen

Zusätzlich zu den für alle drei Vorabquoten gleichen Pflichtunterlagen (Abiturnachweis, Lebenslauf, Ausweis, vorunterschriebener Vertrag) verlangt nur die ÖGD-Quote einen Nachweis, dass Du ein polizeiliches Führungszeugnis beantragt hast. TMS-Ergebnis und Nachweise zu Berufsausbildung oder ehrenamtlicher Tätigkeit sind optional.

TMS-Gewichtung

Dieselbe Formel wie bei Landarzt- und Landkinderarztquote: bis 30 Punkte HZB-Note, bis 30 Punkte TMS, bis 30 Punkte Berufsausbildung/-tätigkeit (5 Punkte je Jahr), bis 10 Punkte praktische oder ehrenamtliche Tätigkeit. Eine eigenständige ÖGD-Gewichtungsformel gibt es nicht.

Auswahlgespräch

Gleiches Stationen-Verfahren wie bei den anderen beiden Quoten, aber mit einem auffälligen Unterschied bei der Einladungsquote: Zur Landarztquote wird die doppelte, zur ÖGD-Quote die vierfache Anzahl an Bewerber:innen eingeladen wie Plätze verfügbar sind — aktuell 16 Einladungen bei 4 Plätzen je Semester.

Bewerberzahlen

Die ÖGD-Quote ist zuletzt gewachsen: von 3 Plätzen je Semester (2021/22 und noch Anfang 2024) auf inzwischen 4 Plätze (1,5 % der Medizinstudienplätze) mit 16 Einladungen zum Auswahlgespräch. Für das Sommersemester 2024 gingen laut einer Pressemitteilung 9 Bewerbungen auf die damals 3 Plätze ein, alle 3 wurden vergeben.

Bedarfsregionen

Landkreisbezogen statt amtsbezogen: Landkreistag und Landesärzteverband des ÖGD legen den besonderen öffentlichen Bedarf jährlich gemeinsam fest, gestützt auf Personaldaten der Gesundheitsämter. Du bekommst jährlich eine Bedarfs- und 4-Jahres-Prognose und kannst einen Ortswunsch äußern; findet sich kein Landkreis mit Bedarf, tritt eine 12-monatige Nachweispflicht des ernsthaften Bemühens an die Stelle der Tätigkeitspflicht.

Nach der Zusage

Fristenkette wie bei der Landarztquote (Meldung bis 15.7./15.1. usw.). Nach dem Studium unverzügliche Weiterbildung Öffentliches Gesundheitswesen, danach zehn Jahre ÖGD-Tätigkeit im zugeteilten Landkreis mit mindestens halber Stelle. Die Vertragsstrafe von bis zu 250.000 € ist nach Ausbildungsabschnitt gestaffelt und sinkt in den letzten Verpflichtungsjahren auf bis zu 50.000 €.

Quelle: mwg.rlp.de — FAQ Landarzt-/ÖGD-Quote (PDF) · Alle Studienorte in Rheinland-Pfalz

Sachsen-Anhalt

Bewerbungsunterlagen

Offiziell „Amtsarztquote" genannt, mit derselben Grundstruktur wie die Landarztquote: Bewerbungsformular, unterschriebene Verpflichtungserklärung, beglaubigtes Abiturzeugnis, bei Bedarf Nachweise zu Berufsausbildung oder praktischer Tätigkeit. Die Verpflichtungserklärung ist inhaltlich auf den ÖGD zugeschnitten, statt auf die Hausarzttätigkeit. Kein Motivationsschreiben, kein Lebenslauf, kein Führungszeugnis nötig.

TMS-Gewichtung

Gleiche Gewichtung wie bei der Landarztquote: Abiturnote 10 %, eigener KVSA-Studierfähigkeitstest 50 %, Berufsausbildung/-tätigkeit 40 %. Der bundesweite TMS wird auch hier nicht eingesetzt — der Test enthält zusätzlich Fragen zu Motivation und Eignung speziell für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Auswahlgespräch

Wie bei der Landarztquote findet kein persönliches Auswahlgespräch statt — die Auswahl ist rein test- und dokumentenbasiert: schriftliche Bewerbung, verpflichtende Teilnahme am Studierfähigkeitstest, Rangliste, Vergabe in absteigender Reihenfolge.

Bewerberzahlen

Von den 5 verfügbaren Amtsarztquote-Plätzen wurden im 5. Durchgang (WS 2024/25) nur 3 tatsächlich vergeben, im 6. Durchgang (WS 2025/26) dagegen alle 5 — zusammen mit 26 Landarztquote-Plätzen macht das 31 Studienanfänger:innen über beide Quoten. Eine separate Bewerbungszahl (nicht nur vergebene Plätze) veröffentlicht Sachsen-Anhalt nicht.

Bedarfsregionen

Sachsen-Anhalt hat 14 Gesundheitsämter, eine Priorisierungsliste, welche davon als Bedarfsregion gelten, ist nicht öffentlich einsehbar. Bei der Bewerbung selbst wählst Du nur zwischen den Studienstandorten Halle und Magdeburg, ohne Vor- oder Nachteil im Verfahren — die Zuweisung zum konkreten Gesundheitsamt erfolgt offenbar erst nach der Weiterbildung.

Nach der Zusage

Der öffentlich-rechtliche Vertrag verpflichtet zur Facharztweiterbildung nach dem Studium und danach zu mindestens zehn Jahren ärztlicher Tätigkeit im ÖGD in einem Landkreis mit ausgewiesenem Bedarf. Vertragsstrafe 250.000 € bei Nichterfüllung, identisch zur Landarztquote; der Vertrag endet nur durch vollständige Erfüllung oder endgültiges Nichtbestehen eines Prüfungsabschnitts.

Quelle: amtsarztquote-sachsen-anhalt.de — Punktberechnung · Alle Studienorte in Sachsen-Anhalt

Stand der Vertiefungsrecherche: August 2026. Bewerberzahlen und Platzangaben ändern sich jährlich und sind bei einzelnen Ländern nur als kombinierte Zahl mit der Landarztquote veröffentlicht — vor einer Bewerbung immer die verlinkte Originalquelle prüfen.

ÖGD-Quote oder Landarztquote?

Wer sich für die klassische hausärztliche Praxis interessiert, ist mit der Landarztquote richtig — dort geht es um Patientenversorgung vor Ort. Die ÖGD-Quote passt eher zu Bewerber:innen, die sich für Bevölkerungsmedizin, Gesundheitsschutz und Verwaltungsaufgaben interessieren: Amtsärztinnen und Amtsärzte arbeiten unter anderem in der Infektionshygiene, der Schuleingangsuntersuchung oder der Gesundheitsberichterstattung, nicht primär am Patientenbett. In Hessen sind beide Wege sogar in einer gemeinsamen „Doppel-Vorabquote" (bis 6,5 % Landarzt- plus 1,3 % ÖGD-Anteil) organisiert, in Bayern laufen beide über dasselbe LGL-Verfahren mit gemeinsamen Auswahlgesprächen.

Was ist die ÖGD-Quote genau?
Eine Vorabquote für Medizinstudienplätze, bei der nicht die Abiturnote zählt, sondern die Bereitschaft, nach Studium und Facharztweiterbildung mehrere Jahre im Öffentlichen Gesundheitsdienst (Gesundheitsämter, Amtsarzt-Tätigkeit) zu arbeiten. Fünf Bundesländer bieten sie eigenständig an.
Wie unterscheidet sich die ÖGD-Quote von der Landarztquote?
Beide verzichten auf die Abiturnote als Hauptkriterium, verpflichten aber zu unterschiedlichen Tätigkeiten: die Landarztquote zur Praxis als Hausarzt/-ärztin, die ÖGD-Quote zur Arbeit im öffentlichen Gesundheitswesen, etwa im Gesundheitsamt. In Hessen laufen beide sogar als gemeinsame „Doppel-Vorabquote".
Wie viele Studienplätze vergibt die ÖGD-Quote insgesamt?
Deutlich weniger als die Landarztquote — die fünf Länder zusammen kommen auf niedrige zweistellige Platzzahlen pro Jahr, etwa 38 in Bayern oder 5 in Sachsen-Anhalt (jeweils Stand 2025/26).
Hat Mecklenburg-Vorpommern eine ÖGD-Quote?
Nur indirekt: ÖGD-Plätze sind dort anteilig in dasselbe Gesetz integriert wie die Landarztquote, aber ohne eigenständiges Verfahren und ohne separat ausgewiesene Zahlen — kein vollwertiges eigenständiges ÖGD-Programm wie in den fünf genannten Ländern.

Quellen

Stand Juli 2026. Platzzahlen und Fristen ändern sich jährlich — vor einer Bewerbung direkt bei der jeweils zuständigen Landesbehörde prüfen.