Fünf Bundesländer vergeben eine eigene ÖGD-Quote: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Sie halten einen kleinen Teil der Medizinstudienplätze für Bewerber frei, die sich verpflichten, nach Studium und Facharztweiterbildung zehn Jahre im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten, etwa als Amtsarzt im Gesundheitsamt. Die Abiturnote entscheidet in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen nicht; in Rheinland-Pfalz geht sie mit bis zu 30 Punkten ein, in Sachsen-Anhalt mit 10 Prozent. Die Bewerbung für das Wintersemester 2027/28 öffnet in Bayern und Hessen am 1. Februar 2027, in Baden-Württemberg am 1. April 2027 (bis 30. April).

Woher kommt die ÖGD-Quote?

Hintergrund ist der „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst", den Bund und Länder am 29. September 2020 beschlossen haben. Für die Umsetzung stellen Bund und EU (Aufbau- und Resilienzfazilität) vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2026 insgesamt 4 Milliarden Euro bereit, damit die Gesundheitsämter mehr Personal bekommen. Mit Studienplatzquoten verbindet das Bundesgesundheitsministerium den Pakt nicht; die ÖGD-Quoten sind Landesregelungen, die einzelne Bundesländer zusätzlich eingeführt haben. Welche Länder das sind, zeigt die Tabelle.

Welche Bundesländer haben eine ÖGD-Quote?

BundeslandPlätzeBindungVerfahren/Rechtsgrundlage
Baden-Württemberg10 pro Jahr bis einschließlich WS 2030/31; WS 2026/27 alle 10 vergeben10 Jahre ÖGD nach Studium und FacharztweiterbildungGesundheitsdienst-Fachkräftegesetz (GDFG); Regierungspräsidium Stuttgart
Bayern14 (WS 2026/27), 13 (WS 2025/26); 1,8 % der Studienplätze10 Jahre ÖGD, beginnend nach dem Studium und 18 Monaten ärztlicher BerufserfahrungTeil 2 BayLArztG (Art. 4–5); Verfahren beim LGL gemeinsam mit der Landarztquote
Hessen1,3 % der Studienplätze (15 Plätze im WS 2025/26)10 Jahre ÖGD im Bedarfsgebiet nach der FacharztweiterbildungGHVöG vom 3.2.2022; „Doppel-Vorabquote" mit der Landarztquote
Rheinland-Pfalz1,5 % der Studienplätze, aktuell 4 pro Semester10 Jahre ÖGD nach der Facharztanerkennung, mindestens halbe StelleÖGDÄ-NachwG RP vom 26.9.2019 (eigenes Gesetz)
Sachsen-Anhalt1,5 % der Studienplätze, rund 5 (WS 2026/27 voraussichtlich 5)mindestens 10 Jahre ÖGD nach der FacharztweiterbildungLand- und Amtsarztgesetz Sachsen-Anhalt; Verfahren bei der KVSA („Amtsarztquote")

Die übrigen elf Bundesländer haben laut hochschulstart keine eigenständige ÖGD-Quote. Mecklenburg-Vorpommern nimmt ÖGD-Plätze „anteilig" in das Gesetz zur Landarztquote auf, ohne eigenes Verfahren und ohne eigene Zahlen. Eine Übersicht aller Vorabquoten steht im Artikel Quoten der Studienplatzvergabe.

ÖGD-Quote und Landarztquote im Vergleich

Beide Quoten funktionieren nach demselben Prinzip: Studienplatz gegen Verpflichtung, mit Vertragsstrafe bei Bruch. Der Unterschied liegt im Berufsziel und in der Zahl der Plätze. Das Verfahren der Landarztquote mit allen Ländern erklärt der Artikel zur Landarztquote; ob die hausärztliche Laufbahn zu Dir passt, beschreibt Landarzt werden. Weitere Wege wie Bundeswehr oder Privathochschule vergleicht der Sonderwege-Vergleich.

MerkmalÖGD-QuoteLandarztquote
Aufgabe nach dem StudiumFacharzt für Öffentliches Gesundheitswesen, Tätigkeit im Gesundheitsamthausärztliche Tätigkeit in einer unterversorgten Region (in einigen Ländern auch Kinder- und Jugendarzt)
Bindungzehn Jahre ÖGD nach der Weiterbildung; in Bayern erst nach 18 Monaten ärztlicher Berufserfahrungzehn Jahre hausärztliche Tätigkeit nach der Weiterbildung
PlätzeBayern 14 (WS 2026/27), Hessen 15 (WS 2025/26), Rheinland-Pfalz 4 je Semester, Baden-Württemberg 10 je JahrBayern 182 (WS 2026/27), Hessen 74 (WS 2025/26), Rheinland-Pfalz 14 je Semester
Vertragsstrafebis zu 250.000 €, in Rheinland-Pfalz nach Ausbildungsabschnitt gestaffelt bis herunter auf 50.000 €bis zu 250.000 €, je nach Land gestaffelt (in Mecklenburg-Vorpommern 125.000 € bei Abbruch nach dem ersten Studienabschnitt)
Auswahlverfahrenmeist zwei Stufen mit Gespräch; Sachsen-Anhalt nur Test und Unterlagendasselbe Verfahren; in Bayern und Hessen führen beide Quoten gemeinsame Gespräche
Abiturnotezählt in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen nicht, in Rheinland-Pfalz mit bis zu 30 Punkten, in Sachsen-Anhalt mit 10 %zählt in NRW, Niedersachsen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt mit, nicht in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen

In Hessen sind beide Wege eine gemeinsame „Doppel-Vorabquote" (6,5 Prozent Landarzt-, 1,3 Prozent ÖGD-Anteil, zusammen bis zu 7,8 Prozent der Studienplätze).

Zeitlinie der Bindung

  1. Studium bis zur Approbation.
  2. Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen, in Rheinland-Pfalz auch in einem Fach mit festgestelltem Bedarf.
  3. In Bayern kommen 18 Monate ärztliche Berufserfahrung hinzu, bevor die zehn Jahre beginnen.
  4. Zehn Jahre Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst im zugeteilten Gebiet.

Modellrechnung mit sechs Jahren Studium und fünf Jahren Weiterbildung: Zwischen Studienbeginn und Ende der Bindung liegen 21 Jahre. In Bayern läuft die ÖGD-Quote seit 2021; die ersten Absolventen erwartet das Land ab 2029 im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Wer die Pflichten nicht erfüllt, zahlt die Vertragsstrafe.

Was Amtsärzte tun und verdienen

Das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege nennt vier Schwerpunkte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes: Prävention, Gesundheitsförderung, Gesundheitsschutz sowie Beratung und Berichterstattung. Dahinter stehen Schuleingangsuntersuchungen, die Begutachtung von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, umweltmedizinische Bewertungen, die Unterstützung psychisch kranker Menschen und der Einsatz in Krisenlagen wie einer Pandemie.

Für die Laufbahn brauchst Du den Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen. Die Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer (Fassung vom 3. Juli 2026) sieht dafür 54 Monate vor: 30 Monate in einer Einrichtung des öffentlichen Gesundheitswesens, davon 18 im Gesundheitsamt, 24 Monate in der Patientenversorgung, darunter 6 in Psychiatrie und Psychotherapie, sowie einen Kurs von 360 Stunden. Hessen nennt für seine Weiterbildung 60 Monate; maßgeblich ist die Weiterbildungsordnung der jeweiligen Landesärztekammer. Die Dauer anderer Fächer steht im Artikel Facharztausbildung.

Das Gehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag des Arbeitgebers, also der Kommune oder des Landes. Die Entgelttabellen für Ärzte mit allen Stufen stehen im Artikel Assistenzarzt-Gehalt.

Bewerbung 2027: Fristen und TMS

BundeslandBewerbungAuswahl
Baden-Württembergjedes Jahr 1.–30. April für das Wintersemester (Landarztquote: 1.–31. März)zwei Stufen: Punkte aus TMS, Ausbildung und Ehrenamt, dann Gespräch
Bayern1.–28. Februar 2027 (gesetzliche Ausschlussfrist)Gespräche April und Mai 2027, Bescheide im August 2027
Hessen1.–28. Februar 2027gemeinsames Verfahren mit der Landarztquote in Gießen
Rheinland-PfalzWintersemester: 1.–31. März; Sommersemester: 1.–30. September des VorjahresStationenverfahren, zur ÖGD-Quote wird die vierfache Zahl der Plätze eingeladen
Sachsen-Anhaltzuletzt 13. Februar–31. März 2026Online-Studierfähigkeitstest der KVSA, kein Gespräch

In Baden-Württemberg, Bayern und Hessen bringt der TMS mit 50 bis 60 von 100 Punkten den größten Posten der ersten Stufe, auch wenn er freiwillig ist. Der letzte TMS findet am 7. und 8. November 2026 statt, die Ergebnisse stehen ab dem 18. Dezember 2026 bereit. Der erste TMSnat folgt am 8. und 9. Mai 2027, also nach den Bewerbungsfristen in Bayern und Hessen: Wer sich im Februar 2027 bewirbt, kann nur ein TMS-Ergebnis vorlegen. Mehr zum neuen Test steht im Artikel TMSnat. Das zentrale Verfahren über hochschulstart läuft unabhängig davon.

Verfahren je Bundesland

Die Aufklapp-Boxen nennen je Land Unterlagen, Punkteverteilung, Gespräch, Zahlen, Einsatzort und Vertrag. Wo die ÖGD-Quote dem Verfahren der Landarztquote folgt, steht dort nur die Abweichung.

Baden-Württemberg

Unterlagen und Fristen

Die ÖGD-Quote hat hier ein eigenes Gesetz. Du bewirbst Dich elektronisch über das Landes-Serviceportal beim Regierungspräsidium Stuttgart. Pflicht sind Abiturnachweis, Lebenslauf mit Anschreiben und Studienortreihung sowie eine Erklärung zu Prüfungsanspruch und Immatrikulationsstatus. TMS-Ergebnis, Ausbildung im Gesundheitsberuf, Freiwilligendienst, Wehrdienst oder Ehrenamt verbessern die Punktzahl, sind aber optional. Das Fenster für den ersten Jahrgang (WS 2026/27) lief vom 1. bis 30. April 2026; für den Jahrgang 2027 sind Bewerbungen ab dem 1. März 2027 möglich.

Punkte der ersten Stufe

Der TMS bringt bis zu 60 von 100 Punkten der ersten Stufe. Die übrigen bis zu 40 Punkte verteilen sich auf eine Ausbildung im Gesundheitsberuf (bis 30, gestaffelt nach Dauer und Nähe zum ÖGD), Berufstätigkeit, Freiwilligendienst oder mindestens zweijähriges Ehrenamt. In der zweiten Stufe bringt das Auswahlgespräch noch einmal bis zu 100 Punkte.

Auswahlgespräch

Eingeladen wird höchstens die doppelte Anzahl an Bewerbern wie Plätze verfügbar sind. Das nicht-öffentliche Gespräch kann online stattfinden und dauert laut Gesetzestext mindestens 20, laut Bewerbungsportal bis zu 45 Minuten. Die Kommission besteht aus mindestens drei Personen, darunter ein Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen aus einem Gesundheitsamt.

Plätze und Bewerber

Erste Runde (WS 2026/27): 34 Bewerbungen (15 Frauen, 19 Männer), 18 Auswahlgespräche, alle 10 Plätze vergeben. 70 Prozent der Zugelassenen kommen aus Baden-Württemberg. Bis einschließlich WS 2030/31 vergibt das Land jährlich bis zu zehn Plätze.

Einsatzort

Eine feste Liste konkreter Gesundheitsämter gibt es nicht. Das Sozialministerium stellt den besonderen öffentlichen Bedarf jährlich fest, gestützt auf Stellenzahlen und absehbare Pensionierungen im ÖGD. Den Einsatzort erhältst Du nach der Facharztweiterbildung, unter Berücksichtigung von Ortswünschen und in der Reihenfolge des Studienbeginns.

Vertrag und Bindung

Bei Nichterfüllung droht eine Vertragsstrafe von bis zu 250.000 €. Dazu zahlt das Land ein Stipendium von pauschal 600 € im Monat ab bestandenem ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bis zum Ende der Regelstudienzeit; bei Abbruch oder Vertragsbruch ist es anteilig zurückzuzahlen.

Quelle: Regierungspräsidium Stuttgart, Pressemitteilung vom 09.10.2026 · Alle Studienorte in Baden-Württemberg

Bayern

Unterlagen und Fristen

Es gilt dieselbe Unterlagenliste wie bei der Landarztquote: Antragsformular, Abiturnachweis, Anschreiben zu den Beweggründen. Optional verbessern TMS-Ergebnis, Berufsabschluss im Gesundheitswesen, Freiwilligendienst oder Ehrenamt die Punktzahl. Das Bewerberportal für das WS 2027/28 ist vom 1. bis 28. Februar 2027 geöffnet (gesetzliche Ausschlussfrist); die Auswahlgespräche finden im April und Mai 2027 statt.

Punkte der ersten Stufe

Gleiche Formel wie bei der Landarztquote: bis zu 50 von 100 Punkten aus dem TMS, bis zu 30 Punkte für eine Ausbildung im Gesundheitsberuf, bis zu 20 Punkte für Freiwilligendienst oder Ehrenamt. Die Abiturnote zählt nicht; bei Punktgleichstand entscheidet das Los.

Auswahlgespräch

Landarzt- und ÖGD-Bewerber durchlaufen dasselbe Multiple-Mini-Interview (vier Kurzinterviews plus ein Einzelgespräch, rund 40 Minuten in Erlangen). In diesen Gesprächen prüft die Kommission zusätzlich Deine Eignung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Plätze und Bewerber

Zum WS 2026/27 kommen 14 ÖGD-Plätze hinzu (WS 2025/26: 13), parallel zu 182 Plätzen der Landarztquote. Über die ÖGD-Quote studieren inzwischen 81 Personen; das Land hält dafür 1,8 Prozent der Medizinstudienplätze vor. Die ersten Absolventen der ÖGD-Quote werden ab 2029 im Öffentlichen Gesundheitsdienst erwartet.

Einsatzort

Den Personalbedarf im ÖGD stellt eine ministerielle Allgemeinverfügung fest (rund 450 Ärzte aus altersbedingten Pensionierungen und zusätzlichem Bedarf aus dem Pakt für den ÖGD); die KV-Bedarfsplanung der Landarztquote spielt keine Rolle. Eingesetzt wirst Du überwiegend bei einem der 71 staatlichen oder 5 kommunalen bayerischen Gesundheitsämter.

Vertrag und Bindung

Vertragsstrafe (250.000 €) und Härtefallregelung entsprechen der Landarztquote. Bayern-Besonderheit: Die zehnjährige ÖGD-Tätigkeitspflicht beginnt erst nach dem Studium und 18 Monaten ärztlicher Berufserfahrung; die Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen gehört zu den Pflichten (Art. 4 und 5 BayLArztG).

Quelle: Bayerisches Gesundheitsministerium, Pressemitteilung vom 26.08.2026 · Alle Studienorte in Bayern

Hessen

Unterlagen und Fristen

Hessen führt beide Quoten als gemeinsame „Doppel-Vorabquote" mit derselben Unterlagenliste: Bewerber-ID von hochschulstart.de, Lebenslauf, Abiturnachweis, Ausweiskopie. TMS-Ergebnis, Berufsausbildung, Berufstätigkeit, Freiwilligendienst oder Ehrenamt verbessern die Bewertung. Ein Führungszeugnis wird für die ÖGD-Quote nicht verlangt. Der Bewerbungszeitraum für das WS 2027/28 ist der 1. bis 28. Februar 2027.

Punkte der ersten Stufe

Die Gewichtung ist für beide Quoten gleich: bis zu 60 von 100 Punkten aus dem TMS, bis zu 40 Punkte zusammen für Berufsausbildung, Berufstätigkeit, Freiwilligendienst oder Ehrenamt.

Auswahlgespräch

Landarzt- und ÖGD-Bewerber durchlaufen ein gemeinsames, standardisiertes Verfahren am Medizinischen Lehrzentrum der JLU Gießen, höchstens 60 Minuten. Bewertet werden soziale Kompetenz und Motivation für das „spätere ärztliche Berufsziel". Eine Parallelbewerbung auf beide Quoten ist möglich.

Plätze und Bewerber

Für das WS 2025/26 sind 15 Plätze bestätigt; der Anteil von 1,3 Prozent der hessischen Medizinstudienplätze gilt auch für das WS 2026/27. Bewerberzahlen und Erfolgsquote weist Hessen nur für beide Quoten zusammen aus.

Einsatzort

Eingesetzt wirst Du in einem Gebiet oder Gesundheitsamt mit festgestelltem besonderem öffentlichen Bedarf; laut Mustervertrag ist das ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt (Hessen hat 24 Gesundheitsämter). Die Zuteilung erfolgt kurz vor Beginn der Tätigkeit unter Berücksichtigung unverbindlicher Ortswünsche; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Vertrag und Bindung

Der ÖGD-Mustervertrag verpflichtet zur Facharztweiterbildung Öffentliches Gesundheitswesen nach dem Studium und danach zu zehn Jahren ÖGD-Tätigkeit im Bedarfsgebiet. Die Vertragsstrafe beträgt 250.000 € bei schuldhafter Nichterfüllung; ein Rücktritt ist bis zum ersten Werktag im Juli möglich.

Quelle: HLfGP Hessen: Öffentlich-rechtlicher Vertrag · Alle Studienorte in Hessen

Rheinland-Pfalz

Unterlagen und Fristen

Zu den Pflichtunterlagen aller Vorabquoten (Abiturnachweis, Lebenslauf, Ausweis, vorunterschriebener Vertrag) verlangt nur die ÖGD-Quote den Nachweis, dass Du ein polizeiliches Führungszeugnis beantragt hast. TMS-Ergebnis und Nachweise zu Berufsausbildung oder ehrenamtlicher Tätigkeit sind optional. Laut FAQ des Landes läuft die Bewerbung für das Wintersemester vom 1. bis 31. März, für das Sommersemester vom 1. bis 30. September des Vorjahres.

Punkte der ersten Stufe

Gleiche Formel wie bei Landarzt- und Landkinderarztquote: bis 30 Punkte HZB-Note, bis 30 Punkte TMS, bis 30 Punkte Berufsausbildung oder -tätigkeit (5 Punkte je Jahr), bis 10 Punkte praktische oder ehrenamtliche Tätigkeit.

Auswahlgespräch

Das Stationenverfahren gleicht dem der anderen beiden Quoten, nur die Einladungsquote unterscheidet sich: Zur Landarztquote wird die doppelte, zur ÖGD-Quote die vierfache Zahl der Plätze eingeladen, aktuell 16 Einladungen bei 4 Plätzen je Semester.

Plätze und Bewerber

Die ÖGD-Quote ist gewachsen: von 3 Plätzen je Semester (2021/22 und noch Anfang 2024) auf aktuell 4 Plätze (1,5 Prozent der Medizinstudienplätze; Stand FAQ August 2025). Für das Sommersemester 2024 gingen laut Pressemitteilung 9 Bewerbungen auf die damals 3 Plätze ein, alle 3 wurden vergeben.

Einsatzort

Landkreistag und Landesärzteverband des ÖGD legen den besonderen öffentlichen Bedarf jährlich gemeinsam fest, gestützt auf Personaldaten der Gesundheitsämter; er gilt je Landkreis. Du bekommst jährlich eine Bedarfs- und 4-Jahres-Prognose und kannst einen Ortswunsch äußern. Findet sich kein Landkreis mit Bedarf, tritt eine 12-monatige Nachweispflicht des ernsthaften Bemühens an die Stelle der Tätigkeitspflicht.

Vertrag und Bindung

Die Fristenkette entspricht der Landarztquote (Meldung bis 15.7. bzw. 15.1.). Nach dem Studium beginnt unverzüglich die Weiterbildung Öffentliches Gesundheitswesen, danach folgen zehn Jahre ÖGD-Tätigkeit im zugeteilten Landkreis mit mindestens halber Stelle. Die Vertragsstrafe ist nach Ausbildungsabschnitt gestaffelt: bis zu 250.000 €, in den letzten Verpflichtungsjahren bis zu 50.000 €.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit RP: FAQ Vorabquoten (PDF, Stand August 2025) · Alle Studienorte in Rheinland-Pfalz

Sachsen-Anhalt

Unterlagen und Fristen

Offiziell heißt die Quote Amtsarztquote; die Grundstruktur gleicht der Landarztquote. Einzureichen sind bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt Bewerbungsformular, unterschriebene Verpflichtungserklärung, beglaubigtes Abiturzeugnis und bei Bedarf Nachweise zu Berufsausbildung oder praktischer Tätigkeit. Die Verpflichtungserklärung ist auf den ÖGD zugeschnitten. Motivationsschreiben, Lebenslauf und Führungszeugnis sind nicht nötig. 2026 lief das Bewerbungsfenster vom 13. Februar bis 31. März.

Punkte der ersten Stufe

Die Gewichtung entspricht der Landarztquote: Abiturnote 10 Prozent, eigener Studierfähigkeitstest der KVSA 50 Prozent, Berufsausbildung und -tätigkeit 40 Prozent. Der bundesweite TMS wird nicht eingesetzt. Der Online-Test enthält zusätzlich Fragen zu Motivation und Eignung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Auswahlgespräch

Ein persönliches Auswahlgespräch gibt es nicht. Die Auswahl beruht auf der schriftlichen Bewerbung, der verpflichtenden Teilnahme am Studierfähigkeitstest, einer Rangliste und der Vergabe in absteigender Reihenfolge; bei Gleichstand entscheidet das Los.

Plätze und Bewerber

Von den 5 Plätzen wurden im 5. Durchgang (WS 2024/25) nur 3 vergeben, im 6. Durchgang (WS 2025/26) alle 5. Zusammen mit 26 Plätzen der Landarztquote waren das 31 Studienanfänger über beide Quoten. Für das WS 2026/27 sind laut Ministerium voraussichtlich 5 Plätze vorgesehen; die Quote beträgt 1,5 Prozent der Studienplätze in Halle und Magdeburg.

Einsatzort

Sachsen-Anhalt hat 14 Gesundheitsämter. Bei der Bewerbung gibst Du eine Ortspräferenz für Halle oder Magdeburg an; sie wird bei den ersten Listenplätzen berücksichtigt. Sind die Plätze eines Standorts ausgeschöpft, werden die übrigen Bewerber unabhängig von ihrer Angabe zugeordnet.

Vertrag und Bindung

Der öffentlich-rechtliche Vertrag verpflichtet zur Facharztweiterbildung nach dem Studium und danach zu mindestens zehn Jahren ärztlicher Tätigkeit im ÖGD in einem Landkreis mit ausgewiesenem Bedarf. Die Vertragsstrafe beträgt 250.000 € bei Nichterfüllung; der Vertrag endet nur durch vollständige Erfüllung oder endgültiges Nichtbestehen eines Prüfungsabschnitts. Die Bewerbung lässt sich bis zum 30. Juni des Jahres schriftlich zurücknehmen.

Quelle: KVSA: FAQ Bewerbungs- und Auswahlverfahren der Amtsarztquote · Alle Studienorte in Sachsen-Anhalt

Was ist die ÖGD-Quote genau?
Eine Vorabquote für Medizinstudienplätze, bei der nicht allein die Abiturnote zählt. Ausschlaggebend ist die Bereitschaft, nach Studium und Facharztweiterbildung zehn Jahre im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten, etwa im Gesundheitsamt. Fünf Bundesländer bieten sie eigenständig an.
Wie unterscheidet sich die ÖGD-Quote von der Landarztquote?
Beide Quoten binden für zehn Jahre, aber an unterschiedliche Tätigkeiten: Die Landarztquote führt in die hausärztliche Praxis, die ÖGD-Quote ins Gesundheitsamt. In Hessen laufen beide als gemeinsame „Doppel-Vorabquote", in Bayern über dasselbe Verfahren des LGL.
Wie viele Studienplätze vergibt die ÖGD-Quote insgesamt?
Deutlich weniger als die Landarztquote. Bayern vergab zum WS 2026/27 14 ÖGD-Plätze neben 182 Plätzen der Landarztquote, Baden-Württemberg vergibt zehn pro Jahr, Rheinland-Pfalz vier je Semester, Sachsen-Anhalt rund fünf. Hessen nannte zuletzt 15 Plätze für das WS 2025/26.
Hat Mecklenburg-Vorpommern eine ÖGD-Quote?
Nur indirekt: ÖGD-Plätze sind dort anteilig im Gesetz zur Landarztquote enthalten, ein eigenes Verfahren und eigene Zahlen gibt es nicht. Die fünf Länder mit eigener ÖGD-Quote sind Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.
Kann ich mich parallel am zentralen Verfahren beteiligen?
Ja. In Sachsen-Anhalt schließt die Stiftung für Hochschulzulassung Bewerber mit Zulassung in der Amtsarztquote automatisch vom Hauptverfahren aus; wer keine Zulassung erhält, bleibt im Hauptverfahren. Für die Quoten in Bayern und Hessen brauchst Du eine Bewerber-ID von hochschulstart.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Platzzahlen gelten für die jeweils genannten Semester, Bewerbungsfenster für die angegebenen Termine.