Das Wichtigste in Kürze
- Über das Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) werden 60 % der Studienplätze je Studienangebot vergeben — die größte der drei Hauptquoten.
- Jede Hochschule legt für jedes Studienangebot selbst fest, welche Kriterien sie kombiniert und wie stark sie diese gewichtet.
- Maximal erreichbar sind immer 100 Punkte pro Rangliste — unabhängig davon, wie viele Kriterien einfließen.
- Hochschulen dürfen ihre AdH-Kapazität in mehrere Unterquoten mit jeweils eigenem Kriterienmix aufteilen.
- In Humanmedizin sind mindestens zwei notenunabhängige Kriterien vorgeschrieben, ein fachspezifischer Test ist dabei stets Pflicht.
Notenabhängige und notenunabhängige Kriterien
Anders als in der Abiturbestenquote oder der ZEQ darf im AdH eine Mischung aus notenabhängigen und notenunabhängigen Kriterien verwendet werden. Grundsätzlich dürfen Hochschulen also auch die Abiturdurchschnittsnote (in Form des Ergebnisses der Hochschulzugangsberechtigung) einbeziehen — müssen aber für Humanmedizin mindestens zwei, für Zahn- und Tiermedizin mindestens ein notenunabhängiges Kriterium hinzunehmen. Als notenunabhängige Kriterien stehen zur Verfügung:
- Fachspezifische Studieneignungstests (TMS, HAM-Nat, PhaST).
- Gespräche oder andere mündliche Verfahren.
- Abgeschlossene Berufsausbildungen und Berufstätigkeiten (ab zwölf Monaten Dauer).
- Besondere Vorbildungen, praktische oder ehrenamtliche Tätigkeiten, Dienste und Preise in bildungsbezogenen Wettbewerben.
Maximal erreichbar ist bei jedem Studienangebot einheitlich ein Punktwert von 100 pro Rangliste. Bei Test und Interview hängt der individuelle Punktwert vom Ergebnis ab und wird nach der Gewichtung der Hochschule skaliert — bei allen anderen Kriterien gibt es bei Nachweis den vollen von der Hochschule festgelegten Punktwert, sonst null Punkte. Nachrangige Kriterien bei Punktgleichheit sind ein abgeleisteter Dienst und zuletzt das Los.
Der Pflicht-Test
Bundesrechtlich ist vorgegeben, dass im AdH mindestens ein abiturnoten-unabhängiges, gewichtiges Kriterium berücksichtigt werden muss — für Humanmedizin sind es mindestens zwei. Deshalb gehört ein fachspezifischer Studieneignungstest praktisch überall zum Pflichtprogramm. Zum Wintersemester 2026/27 setzen die Hochschulen dabei folgende Tests ein:
- Humanmedizin: TMS, HAM-Nat, HAM-SJT, Interviews.
- Zahnmedizin: TMS, HAM-Nat, HAM-SJT, HAM-Man, Interviews.
- Tiermedizin: TMS.
- Pharmazie: TMS, PhaST, HAM-Nat.
Mehr zu den einzelnen Tests findest Du in unserer Testrubrik, insbesondere in den Artikeln zum TMS und zum HAM-Nat.
Unterquoten: ein Prinzip, viele Modelle
Hochschulen dürfen ihre AdH-Kapazität in mehrere Unterquoten aufteilen — eigenständige Ranglisten mit jeweils eigenem Kriterienmix und eigener Gewichtung, auf denen wiederum maximal 100 Punkte erreichbar sind. Für Bewerber:innen bedeutet das: Eine einzige Bewerbung wird automatisch auf allen Unterquoten geführt, für die die Voraussetzungen erfüllt sind, mit jeweils eigener Punktzahl und Ranglistenposition.
Beispiele: von einer bis drei Unterquoten
Wie unterschiedlich Hochschulen das Unterquoten-Prinzip nutzen, zeigt der Vergleich zweier Humanmedizin-Standorte im AdH zum Wintersemester 2026/27:
| Hochschule | Unterquoten | Kriterien (Auszug) |
|---|---|---|
| RWTH Aachen | 3 Unterquoten | AdH-1 (45 %): HZB max. 95 + Interview max. 5 Punkte · AdH-2 (45 %): HZB max. 20 + Berufsausbildung max. 70 + TMS 10 Punkte · AdH-3 (10 %): Berufsausbildung max. 50 + Dienst 50 Punkte |
| Charité Berlin | 1 Unterquote | AdH-1 (100 %): HZB max. 20 + Berufsausbildung max. 60 + TMS 20 Punkte |
Die RWTH Aachen bildet also drei parallele Zugangswege mit ganz unterschiedlicher Gewichtung von Abiturnote, Berufsausbildung, Test und Dienst. Die Charité setzt dagegen auf eine einzige Rangliste, die alle drei Elemente in einer festen Kombination bündelt. Beide Modelle sind im AdH-Rahmen zulässig — welches für Dich vorteilhaft ist, hängt von Deinem persönlichen Profil ab.
Prozentränge bei der Hochschulzugangsberechtigung
Fließt die HZB-Note in ein Unterquoten-Kriterium ein, dürfen Ergebnisse aus unterschiedlichen Bundesländern nicht ohne Ausgleichsmechanismus auf derselben Rangliste verglichen werden. Deshalb wird bundeslandspezifisch ein Prozentrang ermittelt: Ein Prozentrang von 70 bedeutet, dass 69 Prozent aller Bewerber:innen der Vergleichsgruppe im selben Bundesland schlechter abgeschnitten haben. Dein persönlicher Prozentrang lässt sich im Vorfeld nicht berechnen, da er von der Konkurrenzsituation im jeweils aktuellen Verfahren abhängt — er erscheint erst während der Koordinierungsphase in Deinem Benutzerkonto.
Wie viele Kriterien muss eine Hochschule im AdH mindestens verwenden?
Was ist eine Unterquote?
Kann ich mich gleichzeitig auf mehrere Unterquoten derselben Hochschule bewerben?
Was passiert bei Punktgleichheit im AdH?
Quellen
- hochschulstart.de — Leitfaden für Ihre Studienplatzbewerbung, Wintersemester 2026/27, Kapitel 1.3 (Stand: 24.03.2026)
- hochschulstart.de — Auswahlkriterien im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH-Quote), Wintersemester 2026/27 (Stand: 10.04.2026)
Stand der Recherche: 18. Juli 2026.