Die Approbation beantragst Du nach bestandenem M3 bei der Behörde des Landes, in dem Du die Ärztliche Prüfung abgelegt hast, mit sieben Unterlagen nach § 39 ÄApprO. Davor liegen M2 mit 320 Fragen an drei Tagen und M3 als mündlich-praktische Prüfung nach dem Praktischen Jahr. Die nächsten M2-Termine sind der 13. bis 15. April und der 12. bis 14. Oktober 2027.

M2: die dreitägige schriftliche Prüfung

Zum Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung wirst Du zugelassen, wenn Du zwischen dem Physikum und M2 die Leistungsnachweise erbracht hast. Verlangt werden 22 Fächer (einschließlich Wahlfach) und 14 Querschnittsbereiche mit mindestens 868 Stunden, mindestens drei fächerübergreifende Nachweise und Blockpraktika in Innerer Medizin, Chirurgie, Kinderheilkunde, Frauenheilkunde und Allgemeinmedizin (§ 27 ÄApprO). Hinzu kommt die viermonatige Famulatur. Die Prüfung selbst läuft an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu je fünf Stunden. Gestellt werden 320 fallbezogene Fragen im Antwort-Wahl-Verfahren (§ 28 ÄApprO). Die Termine 2026 (14. bis 16. April und 6. bis 8. Oktober) sind vorbei.

M3: die mündlich-praktische Prüfung nach dem PJ

Nach dem Praktischen Jahr folgt der Dritte Abschnitt an zwei Tagen. Bei höchstens vier Prüflingen dauert er an jedem Tag mindestens 45 und höchstens 60 Minuten je Prüfling. Am ersten Tag steht die praktische Prüfung mit Patientenvorstellung an, in begründeten Einzelfällen mit Simulationspatienten. Vorab weist die Prüfungskommission Dir einen oder mehrere Patienten zur Anamnese und Untersuchung zu. Über sie schreibst Du einen Bericht mit Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan und Epikrise; er fließt in die Bewertung ein. Gefragt wird nach Innerer Medizin, Chirurgie und dem Gebiet Deines Wahltertials (§ 30 ÄApprO).

M2 und M3 im Vergleich, Termine 2027

MerkmalM2 (Zweiter Abschnitt)M3 (Dritter Abschnitt)
ZeitpunktDrei Jahre nach dem Physikum, vor dem PJNach dem Praktischen Jahr
FormatSchriftlich, 320 Fragen im Antwort-Wahl-VerfahrenMündlich-praktisch mit Patientenvorstellung und Bericht
DauerDrei Tage zu je fünf StundenZwei Tage, je Prüfling 45 bis 60 Minuten täglich
VoraussetzungPhysikum bestanden, Leistungsnachweise nach § 27, FamulaturM2 bestanden, Bescheinigung über das PJ (bei offenem PJ vorläufige Bescheinigung, die endgültige spätestens eine Woche vor der Prüfung)
Antragsfrist10. Januar oder 10. Juni10. Januar oder 10. Juni
Termine 2027 (IMPP)13. bis 15. April und 12. bis 14. Oktober 2027Nicht bundeseinheitlich; Auskunft beim Landesprüfungsamt

Approbationsvoraussetzungen nach § 3 BÄO

Die Bundesärzteordnung nennt vier Voraussetzungen für die Approbation: kein Verhalten, aus dem sich Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit ergibt, keine gesundheitliche Ungeeignetheit und die erforderlichen Deutschkenntnisse. Dazu kommt ein Studium von mindestens 5.500 Stunden und sechs Jahren mit bestandener Ärztlicher Prüfung. Acht bis zwölf Monate davon entfallen auf eine praktische Ausbildung im Krankenhaus oder in geeigneten Einrichtungen (§ 3 Abs. 1 BÄO). Das PJ dauert 48 Wochen (§ 3 ÄApprO); die BÄO verlangt als Rahmen acht bis zwölf Monate praktische Ausbildung. Ohne bestandene Ärztliche Prüfung gibt es keine Approbation; was nach dem endgültigen Nichtbestehen des Physikums gilt, erklärt der Artikel Physikum wiederholen.

Vom Zeugnis zur Approbation

  1. Du bestehst den Dritten Abschnitt und erhältst das Zeugnis über die Ärztliche Prüfung.
  2. Du stellst den Antrag auf Approbation bei der zuständigen Stelle des Landes, in dem Du den Dritten Abschnitt bestanden hast, mit den sieben Unterlagen (§ 39 Abs. 1 ÄApprO).
  3. Die Behörde bestätigt binnen eines Monats den Eingang und nennt fehlende Unterlagen; entschieden wird spätestens drei Monate nach Vorlage der vollständigen Unterlagen (§ 39 Abs. 5 ÄApprO).
  4. Bis zur Erteilung kannst Du eine Erlaubnis zur vorübergehenden Ausübung des ärztlichen Berufs beantragen; sie ist widerruflich und auf höchstens zwei Jahre ärztlicher Tätigkeit begrenzt (§ 10 BÄO).
  5. Mit der Approbation beginnt die Facharztweiterbildung; das Einstiegsgehalt steht im Artikel zum Assistenzarzt-Gehalt.

Die sieben Unterlagen für den Approbationsantrag

§ 39 Abs. 1 ÄApprO zählt auf, was dem Antrag beizufügen ist:

  1. Kurzgefasster Lebenslauf
  2. Geburtsurkunde (bei Verheirateten ggf. zusätzlich Eheurkunde)
  3. Identitätsnachweis
  4. Amtliches Führungszeugnis, nicht älter als 1 Monat
  5. Erklärung über anhängige Straf- oder Ermittlungsverfahren
  6. Ärztliche Bescheinigung, nicht älter als 1 Monat, zur gesundheitlichen Eignung
  7. Zeugnis über die bestandene Ärztliche Prüfung

Nachweise, die nicht auf Deutsch ausgestellt sind, legst Du zusätzlich in beglaubigter Übersetzung vor, und die Behörde kann weitere Nachweise verlangen, etwa zu einer bisherigen Tätigkeit (§ 39 Abs. 2).

Die Liste soll kürzer werden: Der neue § 39a ÄApprO (Entwurf in Drucksache 504/26) nennt sechs Unterlagen, die Geburtsurkunde entfällt, und der Antrag kann auch elektronisch gestellt werden. Führungszeugnis und ärztliche Bescheinigung dürfen beim Eingang höchstens einen Monat alt sein; die Entscheidungsfrist bleibt bei drei Monaten. Der Bundesrat hat der Verordnung am 16. Oktober 2026 mit Maßgaben zugestimmt; sie gilt erst nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt (Entwurf: 1. November 2026).

Bearbeitung und Zuständigkeit

Zuständig ist die Behörde des Landes, in dem Du die Ärztliche Prüfung abgelegt hast (§ 12 Abs. 1 BÄO, § 39 Abs. 1 ÄApprO). Welche Dienststelle den Antrag bearbeitet, bestimmt das Landesrecht. Eine begonnene Promotion zum Dr. med. steht der Approbation nicht im Weg.

Approbation mit Abschluss aus dem EU-Ausland

Wer sein Medizinstudium in einem EU- oder EWR-Staat abgeschlossen hat, erhält die Approbation, wenn der Ausbildungsnachweis in der Anlage zur Bundesärzteordnung aufgeführt ist (bis zum 31. Oktober 2026 § 3 Abs. 1 Satz 2 BÄO). Ab dem 1. November 2026 gilt § 9c Abs. 1 BÄO: Die BÄO-Anlage entfällt, und Anhang V Nr. 5.1.1 der Richtlinie 2005/36/EG tritt an ihre Stelle. Andernfalls prüft die Behörde die Gleichwertigkeit (bis zum 31. Oktober 2026 nach § 3 Abs. 2 BÄO, danach nach § 9c Abs. 4 bis 7 BÄO). Bei wesentlichen Unterschieden folgt eine Eignungsprüfung, über deren Anordnung sie nach der bisherigen Fassung spätestens vier Monate nach Vorlage aller Unterlagen entscheidet (§ 3 Abs. 2 BÄO). Für Abschlüsse aus Drittstaaten verlangen § 3 Abs. 3 BÄO (Anträge bis zum 31. Oktober 2026) und ab dem 1. November 2026 § 9d BÄO eine Kenntnisprüfung.

Für diesen Weg gilt eine andere Zuständigkeit als für die Approbation nach dem deutschen Studium: Bis zum 31. Oktober 2026 entscheidet das Land, in dem Du als Arzt arbeiten willst (§ 12 Abs. 3 BÄO), ab dem 1. November 2026 das Land Deines gewöhnlichen Aufenthalts (§ 12 Abs. 2a BÄO), bei Wohnsitz im Ausland das Land der geplanten Berufsausübung. Die Geburtsort-Kette des § 12 Abs. 4 ÄApprO betrifft dagegen nur die Anrechnung von Studienleistungen. Unterlagen, Fristen und Prüfungen im EU-Verfahren beschreibt der Artikel Approbation mit EU-Medizinstudium, den Weg über ein Auslandsstudium allgemein der Artikel zum Medizinstudium im Ausland und dem Weg zurück.

Was ist der Unterschied zwischen M2 und M3?
M2 ist eine schriftliche Prüfung mit 320 Fragen an drei Tagen, die frühestens nach fünf Studienjahren stattfindet. M3 ist eine mündlich-praktische Prüfung mit Patientenvorstellung und folgt nach dem Praktischen Jahr.
Wann sind die nächsten M2-Termine?
Laut IMPP vom 13. bis 15. April 2027 und vom 12. bis 14. Oktober 2027. Die Termine 2026 (14. bis 16. April und 6. bis 8. Oktober) sind abgelaufen. Der Antrag auf Zulassung muss bis zum 10. Januar oder 10. Juni beim Landesprüfungsamt vorliegen.
Welche Unterlagen brauche ich für den Approbationsantrag?
Sieben Dokumente nach § 39 ÄApprO: Lebenslauf, Geburtsurkunde, Identitätsnachweis, ein amtliches Führungszeugnis, eine Erklärung zu anhängigen Verfahren, eine ärztliche Bescheinigung zur gesundheitlichen Eignung und das Zeugnis über die Ärztliche Prüfung. Führungszeugnis und Bescheinigung dürfen höchstens einen Monat alt sein.
Wie lange dauert die Bearbeitung des Approbationsantrags?
Die Behörde bestätigt binnen eines Monats den Eingang und nennt fehlende Unterlagen. Über den Antrag entscheidet sie spätestens drei Monate nach Vorlage der vollständigen Unterlagen (§ 39 Abs. 5 ÄApprO).
Welche Behörde erteilt die Approbation?
Die zuständige Behörde des Landes, in dem Du den Dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung bestanden hast (§ 39 Abs. 1 ÄApprO, § 12 Abs. 1 BÄO). Welche Dienststelle das ist, bestimmt das Landesrecht.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Die Unterlagenliste und die Fristen gelten nach § 39 ÄApprO in der Fassung der letzten Änderung vom 7.6.2023; eine Änderungsverordnung zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse hat der Bundesrat am 16. Oktober 2026 mit Maßgaben gebilligt, sie soll am 1. November 2026 in Kraft treten. Das Gesetz vom 22. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 225) ersetzt am 1. November 2026 § 3 Abs. 2 und 3 BÄO durch die §§ 9b bis 9d.