Gesamtkosten

≈ 94.200 €

Regelstudienzeit, rechnerisch

Auswahlverfahren

Kein NC

Test (25 %) + Interview (75 %)

Promotionsrecht Medizin

Kein eigenes

WR-Empfehlung 2025 nur Psychologie

Wer sich für Humanmedizin an der MSH Medical School Hamburg bewirbt, zahlt bis zum Staatsexamen rechnerisch rund 94.200 € und durchläuft dafür ein zweistufiges Auswahlverfahren aus schriftlichem Test und Einzelgespräch — ganz ohne Abiturnote als Kriterium. Zugelassen wird zweimal jährlich, im April und im Oktober.

Status und Trägerschaft

Die MSH ist Teil der IRO Group, eines Netzwerks aus fünf privaten, staatlich anerkannten Hochschulen (MSH Hamburg, MSB Berlin, BSP Berlin, HMU Erfurt, HMU Potsdam) unter derselben Geschäftsführung von Ilona Renken-Olthoff. Die staatliche Anerkennung der Hochschule besteht seit 2009, seit 2017 unbefristet. Die Fakultät Medizin wurde am 11.06.2020 formal genehmigt, der Studienbetrieb lief bereits ab dem Wintersemester 2019/20 an. Laut Anerkennungsbescheid ist die Fakultät „einer Universität gleichgestellt", aber „keine Universität im Rechtssinne" — ein Unterschied, der vor allem beim Promotionsrecht spürbar wird (siehe unten sowie der Artikel Universität oder Hochschule).

Studiengebühren

Der 1. und 2. Studienabschnitt (10 Semester) kostet 1.500 € monatlich, der 3. Studienabschnitt (Praktisches Jahr) 300 € monatlich. Dazu kommen eine einmalige Einschreibegebühr von 100 € und eine einmalige Bewerbungsgebühr von 500 €. Bei einer Regelstudiendauer von 12 Semestern und 3 Monaten ergibt sich rechnerisch eine Gesamtsumme von rund 94.200 € — die MSH selbst weist diese Summe nicht als Gesamtbetrag aus, sie ergibt sich aus den veröffentlichten Monatsraten.

Auswahlverfahren

Kein NC, kein TMS: Die MSH prüft Bewerberinnen und Bewerber in zwei Stufen. Zunächst ein 90-minütiger schriftlicher Test mit Multiple-Choice-Fragen zu Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, der mit 25 % in die Endnote einfließt. Anschließend folgt ein 20-minütiges Einzelgespräch per Video inklusive Fallsimulation, das mit 75 % deutlich stärker gewichtet wird. Externe Tests wie der TMS werden nicht anerkannt. Für 2026 sind Auswahltage am 10.–11.09. und am 22.–23.10. angesetzt.

Eine offizielle Zahl zu den jährlichen Studienplätzen veröffentlicht die MSH nicht. Belegt ist allerdings eine Kapazitätserweiterung um „rund 75 zusätzliche Medizinstudienplätze pro Semester" durch die neue Kooperation mit den Asklepios Kliniken ab Oktober 2026.

Klinische Ausbildung

Seit 2012 ist das Helios Klinikum Schwerin Hauptkooperationsklinikum der MSH; dort findet der komplette klinische Studienabschnitt statt. Ab Oktober 2026 kommt eine zusätzliche Kooperation mit den Asklepios Kliniken hinzu, beginnend am Asklepios Klinikum Harburg. Der Abschluss ist in jedem Fall das deutsche Staatsexamen mit anschließender Approbation nach der Approbationsordnung für Ärzte.

Physikum-Bestehensquote

Die MSH schneidet im zentralen IMPP-Physikum konsistent unter dem Bundesdurchschnitt ab. Bei der Referenzgruppe (Erstteilnehmer:innen in Mindeststudienzeit) lag die Bestehensquote bei 88,1 % (Herbst 2023), 88,3 % (Frühjahr 2024) und 90,6 % (Herbst 2024) — der Bundesdurchschnitt lag in denselben Terminen bei 96,3 %, 96,2 % und 95,9 %, im Schnitt also rund 7 Prozentpunkte darüber. Bei allen Teilnehmenden (inklusive Wiederholer:innen) fällt der Abstand mit rund 10 bis 15 Prozentpunkten größer aus, was auf einen höheren Wiederholeranteil hindeutet. Im mündlichen Prüfungsteil liegt die MSH ebenfalls unter dem Durchschnitt.

Promotionsrecht

Ein eigenes Promotionsrecht für Medizin besitzt die MSH nicht. Der Wissenschaftsrat sprach am 31.10.2025 lediglich eine befristete Empfehlung zur Verleihung des Promotionsrechts im Fach Psychologie aus — Medizin war davon ausdrücklich ausgenommen. Eine konkrete Kooperationsuniversität für Dr.-med.-Promotionen ist offiziell nicht benannt.

Einordnung und Risiken

Der Wissenschaftsrat bewertete die institutionelle Reakkreditierung der MSH am 31.10.2025 insgesamt positiv, formulierte aber mehrere Kritikpunkte: eine zu enge Verflechtung zwischen Geschäftsführung, Alleingesellschafterin und akademischer Selbstverwaltung, keine strukturell abgesicherte professorale Mehrheit im Senat, und die Dekanin bzw. der Dekan der Medizin sitzt nicht regelhaft im „Board Humanmedizin". Bei der Forschungsleistung der Fakultät Medizin sah der Wissenschaftsrat „erheblichen Entwicklungsbedarf", außerdem fehlt eine Professur für Virologie, und einige klinische Professuren sind nicht am Kooperationsklinikum angestellt, was die Forschung zusätzlich erschwert. Als Konsequenz erhielten die universitären Fakultäten der MSH — inklusive Medizin — nur eine Reakkreditierung über 5 Jahre, gegenüber 10 Jahren für die Fachhochschul-Fakultäten.

Braucht man für die MSH Hamburg einen NC oder den TMS?
Nein. Die MSH vergibt Studienplätze ausschließlich über ein zweistufiges hausinternes Verfahren aus schriftlichem Test und Einzelgespräch. Externe Tests wie der TMS werden nicht anerkannt.
Was kostet das Medizinstudium an der MSH Hamburg insgesamt?
Rechnerisch rund 94.200 € über die gesamte Regelstudienzeit von 12 Semestern und 3 Monaten: 1.500 € monatlich in den ersten beiden Studienabschnitten, 300 € monatlich im Praktischen Jahr, plus einmalige Einschreibe- und Bewerbungsgebühr.
Kann man an der MSH Hamburg in Medizin promovieren?
Nicht direkt an der MSH selbst. Der Wissenschaftsrat empfahl der Hochschule im Oktober 2025 ein Promotionsrecht nur für das Fach Psychologie, ausdrücklich nicht für Medizin.
Wo findet die klinische Ausbildung an der MSH Hamburg statt?
Hauptkooperationsklinikum ist seit 2012 das Helios Klinikum Schwerin, wo der gesamte klinische Studienabschnitt stattfindet. Ab Oktober 2026 kommt eine zusätzliche Kooperation mit den Asklepios Kliniken hinzu, beginnend am Asklepios Klinikum Harburg.

Quellen

Alle Angaben Stand Juli 2026, vor Bewerbung direkt bei der Hochschule prüfen.