55 Studienplätze pro Jahrgang vergibt die PMU am Standort Nürnberg — rechtlich aber nicht als deutsche Hochschule, sondern als Dependance der österreichischen Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. Wer hier studiert, erhält am Ende einen österreichischen akademischen Grad, keinen deutschen.

Kein deutscher Hochschulstatus

Rechtsträgerin der gesamten PMU inklusive Nürnberg ist die österreichische „Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg – Privatstiftung"; eine eigenständige deutsche Trägergesellschaft gibt es nicht. Deutscher Vertragspartner ist das Klinikum Nürnberg über seine Tochtergesellschaft „Klinikum Nürnberg Medical School GmbH". Die naturwissenschaftliche Grundausbildung läuft über die Georg-Simon-Ohm-Hochschule, heute TH Nürnberg.

Rechtsgrundlage für den Betrieb in Bayern ist Art. 86 Abs. 1 BayHSchG, ein Feststellungsverfahren für EU-Hochschulniederlassungen, das sich auf die europäische Niederlassungsfreiheit stützt — keine eigenständige deutsche Akkreditierung. Nach Antrag am 01.03.2013 genehmigte das AQ-Austria-Board das Programm am 28.01.2014, die österreichische Bundesministerin bestätigte am 17.02.2014 rechtskräftig; der Studienbetrieb startete im August 2014 mit 50 Studierenden im ersten Jahrgang.

Abschluss: österreichischer Grad statt deutsches Staatsexamen

Das komplette Curriculum folgt dem in Salzburg akkreditierten Studienplan. Verliehen wird historisch der österreichische Grad „Dr. med. univ." — der reguläre Studienabschluss nach österreichischem Recht, keine zusätzliche wissenschaftliche Promotion im deutschen Sinne. Seit der Bologna-Umstellung gliedert sich das Studium in einen dreijährigen Bachelor und einen zweijährigen Master Humanmedizin, ebenfalls nach österreichischem Recht.

Weil Österreich EU-Mitglied ist, fällt der Abschluss unter die automatische Anerkennung nach der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG. Für die deutsche Approbation ist dennoch ein förmliches Antragsverfahren bei der zuständigen deutschen Landesbehörde nötig — in Bayern etwa bei der Regierung von Mittelfranken —, allerdings ohne die Kenntnisprüfung, die bei Abschlüssen aus Nicht-EU-Staaten verlangt wird.

Studiengebühren

Der Bachelor über sechs Semester kostet 22.245 € im ersten, je 21.930 € im zweiten und dritten Jahr (zuzüglich einer USMLE-Step-1-Gebühr von 1.264 €) — zusammen 67.369 €. Der Master über vier Semester kostet 21.930 € pro Jahr, insgesamt 43.860 €. Über die gesamte Regelstudienzeit von fünf Jahren ergibt das rechnerisch rund 111.229 € — diese Summe wird nicht so auf der Website ausgewiesen, sondern aus den Einzelbeträgen addiert.

Auswahlverfahren und Studienplätze

Einen NC im deutschen Sinne gibt es nicht, ebenso wenig kommt der MedAT der staatlichen österreichischen Medizin-Universitäten zum Einsatz — die PMU nutzt ein eigenes Aufnahmeverfahren. Voraussetzungen sind die allgemeine Universitätsreife, Deutsch- und Englischkenntnisse auf B2- bis C1-Niveau, das Latinum (nachholbar bis Ende des ersten Studienjahres), mindestens ein vierwöchiges Praktikum im Gesundheitswesen sowie maximal drei Bewerbungsversuche. Vergeben werden 55 Studienplätze pro Jahrgang in Nürnberg (die PMU insgesamt: 75 in Salzburg, 55 in Nürnberg); 2014 waren es zum Start noch 50. Das Studienjahr beginnt Ende August in kompakter Organisation ohne klassische Semesterferien.

Klinische Ausbildung

Hauptkooperationsklinikum ist das Klinikum Nürnberg, der Campus liegt direkt auf dem Klinikumsgelände. Ergänzend gibt es weitere Lehrkrankenhäuser und -praxen im Umland, etwa das Krankenhaus des Landkreises Nürnberger Land in Lauf.

Einordnung: Kritik aus dem Akkreditierungsverfahren

Im österreichischen Akkreditierungsverfahren selbst gab es keinen einhelligen Befund: Zwei von drei Gutachtern beurteilten den Antrag kritisch, mit Bedenken zu den an einen nicht-universitären Rechtsträger übertragenen hochschulrechtlichen Befugnissen und zu unzureichenden Einflussmöglichkeiten der PMU auf die Qualität vor Ort; der dritte Gutachter kam zu einer positiven Gesamteinschätzung. Das AQ-Austria-Board entschied trotz dieses Dissenses mehrheitlich positiv. Auch von deutscher Seite gab es 2014 Kritik — der Medizinische Fakultätentag und die Bayerische Landesärztekammer bemängelten laut Ärzteblatt-Berichterstattung eine fehlende „fundierte Vorklinik vor Ort", äußerten Sorge vor einer „Zweiklassengesellschaft" der Ärzteausbildung und warfen dem Modell eine Umgehung des deutschen Zulassungsrechts vor.

Ist die PMU Nürnberg eine deutsche Hochschule?
Nein. Rechtlich ist Nürnberg ein „dislozierter Standort" der österreichischen Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. Grundlage in Bayern ist Art. 86 BayHSchG, ein Feststellungsverfahren für EU-Hochschulniederlassungen — keine eigenständige deutsche Akkreditierung.
Welchen Abschluss bekommt man an der PMU Nürnberg?
Einen österreichischen akademischen Grad nach dem Curriculum der PMU Salzburg: historisch „Dr. med. univ.", seit der Bologna-Umstellung Bachelor und Master Humanmedizin. Ein deutsches Staatsexamen ist das nicht.
Wird der PMU-Abschluss in Deutschland als Approbation anerkannt?
Ja, über die automatische Anerkennung nach der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie 2005/36/EG, da Österreich EU-Mitglied ist. Nötig ist dafür ein formales Antragsverfahren bei der zuständigen deutschen Landesbehörde, aber keine Kenntnisprüfung wie bei Abschlüssen aus Nicht-EU-Staaten.
Was kostet das Medizinstudium an der PMU Nürnberg?
Rechnerisch rund 111.200 € über die gesamte Regelstudienzeit: etwa 67.400 € für den sechssemestrigen Bachelor und rund 43.900 € für den viersemestrigen Master.
Braucht man für die PMU Nürnberg den MedAT?
Nein. Die PMU nutzt ein eigenes Aufnahmeverfahren, nicht den MedAT der staatlichen österreichischen Medizin-Universitäten. Voraussetzung ist unter anderem das Latinum, das bis Ende des ersten Studienjahres nachgeholt werden kann.

Quellen

Alle Angaben Stand Juli 2026, vor Bewerbung direkt bei der Hochschule prüfen.