Die PMU vergibt 55 Studienplätze am Standort Nürnberg (Stand: Oktober 2026), 80 weitere in Salzburg. Du studierst formal an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg und erhältst einen österreichischen Grad: nach sechs Semestern den Bachelor of Science in Medicine, nach vier weiteren den Titel Dr. med. univ. Die Approbation beantragst Du anschließend in Deutschland. Wie sich der Standort neben den deutschen Privathochschulen einordnet, zeigt die Privathochschulen-Übersicht.

Passgenaue Vorbereitung auf TMS, TMSnat und MedAT – PreMed

Kein deutscher Hochschulstatus

Rechtsträgerin der gesamten PMU inklusive Nürnberg ist die österreichische „Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg – Privatstiftung"; eine eigene deutsche Trägergesellschaft gibt es nicht. Deutscher Vertragspartner ist das Klinikum Nürnberg über seine hundertprozentige Tochter „Klinikum Nürnberg Medical School GmbH". Die naturwissenschaftlichen Grundlagenfächer sollten laut AQ-Austria-Bericht von 2014 an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule (heute TH Nürnberg) unterrichtet werden.

Rechtsgrundlage in Bayern ist heute Art. 112 Abs. 2 BayHIG (Bayerisches Hochschulinnovationsgesetz, seit 1. Januar 2023 in Kraft). Niederlassungen von Hochschulen aus anderen EU-Staaten dürfen danach betrieben werden, wenn sie nur die im Sitzland akkreditierten Studiengänge durchführen, nur dort anerkannte Grade verleihen, nur Bewerber mit den Aufnahmevoraussetzungen der verleihenden Hochschule annehmen und das Sitzland die Qualität kontrolliert. Das Wissenschaftsministerium muss das vor dem Start feststellen. Eine deutsche Akkreditierung sieht das Gesetz nicht vor.

Für Nürnberg lief das Verfahren 2013 und 2014 noch nach dem damaligen Hochschulgesetz (Art. 86 Abs. 1 BayHSchG). Auf den Antrag vom 1. März 2013 beschloss das Board der AQ Austria am 28. Januar 2014 den neuen Standort; die Entscheidung des österreichischen Wissenschaftsministers ist seit 17. Februar 2014 rechtskräftig. Im September 2014 begannen 50 Studierende den ersten Jahrgang in Nürnberg.

Abschluss: Bachelor und Dr. med. univ.

Seit dem Studienjahr 2023/24 ist das frühere Diplomstudium (zehn Semester, 360 ECTS) in einen Bachelor und einen Master gegliedert. Der Bachelor dauert sechs Semester (216 ECTS), schließt mit dem Titel BScMed (Bachelor of Science in Medicine) ab und umfasst die externe Prüfung USMLE Step 1. Der Master mit vier Semestern (144 ECTS) setzt diese Prüfung voraus und führt zum Titel Dr. med. univ. Den ersten Master-Jahrgang startet die PMU im August 2026 – Absolventen des neuen Bachelor-Master-Curriculums gibt es damit erst nach der Regelstudienzeit von vier Master-Semestern.

Der Dr. med. univ. ist der reguläre österreichische Studienabschluss, keine Promotion im deutschen Sinne. Wer zusätzlich promovieren will, kann das an der PMU im Doktoratsstudium Medical Science tun; die Hochschule führt es auch für den Standort Nürnberg auf.

So wird der Abschluss in Deutschland anerkannt

Österreich gehört zur EU, und der Titel „Doktor der gesamten Heilkunde (Dr. med. univ.)" steht in der Anlage zu § 3 BÄO. Mit einem solchen Nachweis gilt die Ausbildung nach § 3 Abs. 1 Satz 2 BÄO als gleichwertig (automatische Anerkennung) – eine Eignungsprüfung sieht das Gesetz dann nicht vor. Ob die Behörde Deinen Nachweis unter die Anlage fasst, prüft sie im Antragsverfahren. Das gilt bis zum 31. Oktober 2026. Ab dem 1. November 2026 entfällt die BÄO-Anlage; § 9c Abs. 1 BÄO verweist dann auf Anhang V Nr. 5.1.1 der Richtlinie 2005/36/EG, und die Behörde prüft den Nachweis anhand dieses Anhangs.

Einen Antrag auf Approbation musst Du trotzdem stellen. Zuständig ist bis zum 31. Oktober 2026 die Behörde des Landes, in dem Du als Arzt arbeiten willst (§ 12 Abs. 3 BÄO). Ab dem 1. November 2026 entscheidet das Land Deines gewöhnlichen Aufenthalts (§ 12 Abs. 2a BÄO); wohnst Du im Ausland, ist es das Land der geplanten Berufsausübung. Außerdem verlangt § 3 Abs. 1 Nr. 5 BÄO ausreichende Deutschkenntnisse; die Anforderungen an den Nachweis legen die Länder fest. Den Weg im Einzelnen beschreibt der Abschnitt Abschluss im EU-Ausland, Unterlagen, Fristen und Prüfungen erklärt der Artikel Approbation mit EU-Medizinstudium, den Antrag nach einem deutschen Studium Approbation beantragen.

Studiengebühren

Die PMU weist für den Bachelor 68.479 € (sechs Semester) und für den Master 44.600 € (vier Semester) aus. Die Studienbeiträge betragen in jedem der fünf Jahre 22.300 €, in Summe 111.500 € (Stand der PMU-Gebührenseiten: Oktober 2026).

StudienjahrPosten laut PMUSumme
Bachelor, 1. JahrStudiengebühr 22.300 €, Bewerbungsgebühr 290 €, Mantel 25 €22.615 €
Bachelor, 2. JahrStudienbeitrag 22.300 €22.300 €
Bachelor, 3. JahrStudienbeitrag 22.300 €, USMLE-Step-1-Prüfungsgebühr 1.264 €23.564 €
Master, 1. JahrStudienbeitrag 22.300 €22.300 €
Master, 2. JahrStudienbeitrag 22.300 €22.300 €
Gesamtdavon Studienbeiträge 111.500 €113.079 €

Die Gesamtsumme addiert die beiden Teilsummen der PMU (68.479 € und 44.600 €) – die PMU selbst nennt sie nicht. Hinzu kommt ein Pflichtbeitrag an die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH), dessen Höhe die PMU auf oeh.ac.at nennt. Wie sich die Kosten zu den anderen Standorten verhalten, rechnet der Privatuni-Kostenvergleich durch, Finanzierungsmodelle erklärt Medizinstudium finanzieren.

Eine Förderung bietet das bayerische Medizinstipendium nach der Medizinstipendienrichtlinie: 600 € monatlich ab dem fünften Fachsemester, längstens 48 Monate und ohne Rechtsanspruch. Förderfähig sind auch Studierende einer nach dem Feststellungsverfahren anerkannten EU-Hochschule, wenn sie mindestens die Hälfte der Regelstudienzeit am bayerischen Kooperationsstandort verbringen; die PMU nennt Nürnberg ausdrücklich als antragsberechtigt. Dafür verpflichtest Du Dich, die fachärztliche Weiterbildung im ländlichen Raum Bayerns zu beginnen und dort anschließend mindestens 60 Monate ärztlich tätig zu sein; sonst ist die Förderung ganz oder anteilig zurückzuzahlen. Modellrechnung: Bei zehn Semestern Regelstudienzeit bleiben ab dem fünften Fachsemester sechs Semester, also höchstens 36 Monate zu 600 € und damit 21.600 €, knapp ein Fünftel der Studienbeiträge.

Auswahlverfahren und Studienplätze

Einen NC im deutschen Sinne gibt es nicht, und der MedAT der staatlichen österreichischen Medizin-Universitäten spielt keine Rolle. Die PMU vergibt ihre Plätze selbst: 55 in Nürnberg und 80 in Salzburg (Bachelor, Stand Oktober 2026); beim Start 2014 waren es in Nürnberg 50. Bewerber aus Deutschland brauchen laut PMU keine Berücksichtigung durch die Stiftung für Hochschulzulassung. Die Bewerbung läuft daher außerhalb des Verfahrens, das der Artikel Bewerbung über hochschulstart.de beschreibt.

Das Auswahlverfahren hat drei Stufen. Für den Jahrgang 2027 gelten diese Termine:

SchrittTerminInhalt
Online-Bewerbung1. November 2026 bis 31. März 2027Bewerbungsportal, Unterlagen, Bewerbungsgebühr 290 € (nicht erstattbar)
Aufnahmetest14. und 15. April 2027 (Nürnberg), 20. bis 22. April 2027 (Salzburg)rund 3,5 Stunden am Laptop, Teststandort frei wählbar
Interview7. bis 18. Juni 2027 (beide Standorte)für die besten Bewerber nach dem Test
EntscheidungEnde Juni 2027Aufnahme oder Warteliste, kein Rechtsmittel gegen einen negativen Bescheid

Der Test besteht aus Grundwissen Naturwissenschaften und Englisch (40 %), studienrelevanten kognitiven Fähigkeiten (40 %) und Arbeitsstil (20 %); das Naturwissenschaftswissen entspricht Abiturniveau in Biologie, Chemie und Physik. Für die Reihung zählt das Testergebnis zu 80 % und der Notenschnitt des Abiturzeugnisses zu 20 %. Bei der Bewerbung gibst Du Salzburg, Nürnberg oder keine Präferenz an; bei „keine Präferenz" weist die PMU den Standort per Zufallsprinzip zu.

Voraussetzungen sind die allgemeine Hochschulreife, Deutsch und Englisch zwischen B2 und C1, das Latinum, eine mindestens vierwöchige Berufsfelderkundung mit Patientenkontakt und die Bewerbungsgebühr. Das Latinum (zehn Wochenstunden Latein) kannst Du bis Ende des ersten Studienjahres nachholen, die PMU bietet dafür einen Kurs an; ohne Nachweis gibt es keine Zulassung zum zweiten Studienjahr. Die Berufsfelderkundung muss bis Studienbeginn abgeschlossen sein, bei der Bewerbung genügt die Zusage für einen Praktikumsplatz. An dem Verfahren darfst Du höchstens dreimal teilnehmen. Der Bachelor-Jahrgang 2026 begann am 7. September 2026.

Klinische Ausbildung

Hauptpartner in Lehre und Forschung ist das Klinikum Nürnberg mit 2.233 Betten an zwei Standorten (Stand laut PMU), der Campus liegt auf dem Klinikumsgelände im Norden der Stadt. Mehr als 250 Dozenten unterrichten für die PMU in Nürnberg. Zum Klinikverbund gehören zwei weitere Krankenhäuser im Landkreis Nürnberger Land.

Einordnung: Kritik aus dem Akkreditierungsverfahren

Im österreichischen Akkreditierungsverfahren gab es 2013/14 keinen einhelligen Befund: Zwei von drei Gutachtern beurteilten den Antrag kritisch. Sie bezweifelten, dass die PMU die an einen nicht-universitären Rechtsträger übertragenen Befugnisse und die Qualität vor Ort ausreichend beeinflussen kann; der dritte Gutachter zog eine positive Gesamtbilanz. Das Board der AQ Austria gab dem Antrag trotz dieser Bedenken statt.

Aus Deutschland kam 2014 Widerspruch: Der Medizinische Fakultätentag und der Verband der Universitätsklinika bemängelten laut Ärzteblatt eine fehlende fundierte Vorklinik an einer Universität und knappe Ressourcen für Lehre und Forschung in den klinischen Fächern. Die PMU verwies darauf, dass das Curriculum an der Mayo Medical School orientiert sei und alle Studierenden den USMLE Step 1 sowie ein Forschungstrimester absolvieren. Seit 2014 hat die PMU das Studium auf Bachelor und Master umgestellt (2023/24). Die allgemeine Debatte über Medical Schools behandelt die Privathochschulen-Übersicht.

Ist die PMU Nürnberg eine deutsche Hochschule?
Nein. Nürnberg ist ein Standort der österreichischen Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. In Bayern genügt dafür die Feststellung des Wissenschaftsministeriums nach Art. 112 Abs. 2 BayHIG; eine deutsche Akkreditierung gibt es nicht, die Qualitätskontrolle liegt beim Sitzland Österreich.
Welchen Abschluss bekommt man an der PMU Nürnberg?
Nach dem sechssemestrigen Bachelor (Bachelor of Science in Medicine) und dem viersemestrigen Master verleiht die PMU den Titel Dr. med. univ. Ein deutsches Staatsexamen ist das nicht, der Titel steht aber in der Anlage zu § 3 BÄO, die bis zum 31. Oktober 2026 gilt. Ab dem 1. November 2026 verweist § 9c Abs. 1 BÄO stattdessen auf Anhang V Nr. 5.1.1 der Richtlinie 2005/36/EG.
Wird der PMU-Abschluss in Deutschland als Approbation anerkannt?
Ja, auf Antrag. Der österreichische Titel Dr. med. univ. fällt unter die automatische Anerkennung nach § 3 Abs. 1 Satz 2 BÄO (ab dem 1. November 2026: § 9c Abs. 1 BÄO), eine Eignungsprüfung ist dann nicht vorgesehen. Den Antrag stellst Du bis zum 31. Oktober 2026 bei der Behörde des Landes, in dem Du als Arzt arbeiten willst (§ 12 Abs. 3 BÄO), ab dem 1. November 2026 bei der Behörde des Landes Deines gewöhnlichen Aufenthalts (§ 12 Abs. 2a BÄO). Außerdem musst Du ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen. Unterlagen, Fristen und Prüfungen erklärt der Artikel Approbation mit EU-Medizinstudium.
Was kostet das Medizinstudium an der PMU Nürnberg?
Die Studienbeiträge für Bachelor und Master betragen zusammen 111.500 € (fünf Jahre zu je 22.300 €, Stand Oktober 2026). Mit Bewerbungsgebühr, Posten „Mantel" und der USMLE-Step-1-Gebühr sind es 113.079 €; der ÖH-Pflichtbeitrag kommt hinzu.
Braucht man für die PMU Nürnberg den MedAT?
Nein. Die PMU nutzt ein eigenes Aufnahmeverfahren aus Online-Bewerbung, Aufnahmetest und Interview, nicht den MedAT der staatlichen österreichischen Medizin-Universitäten.
Kann ich zwischen Nürnberg und Salzburg wechseln?
Nein. Bei der Bewerbung wählst Du Salzburg, Nürnberg oder „keine Standortpräferenz"; im letzten Fall entscheidet die PMU per Zufallsprinzip. Nach der Aufnahme ist laut PMU kein Wechsel des Studienortes möglich.

Quellen

Stand: Oktober 2026. Gebühren, Termine und Platzzahlen legt die PMU jedes Jahr neu fest; maßgeblich sind die Angaben auf den PMU-Seiten.